Samstag, 25. Februar 2017

Twitter-Drafts: 20 Mal 140 nie gesendete Zeichen

Als Facebook nach Deutschland schwappte, war ich gerade in meinem ersten Semester an der Uni. Ich traf jeden Tag neue Leute. Leute, Leute, Leute. „Bist du auf Facebook?“ war meist die dritte oder vierte Frage, die mir gestellt wurde. Nach „Was ist dein Hauptfach?“ und „Wie hast du deine Wohnung gefunden?“
Ich war nicht auf Facebook, änderte das aber an einem Spätnachmittag im Oktober 2008 im IT-Zentrum der Sprach- und Literaturwissenschaften, weil ich zuhause noch kein Internet hatte. Facebook, was ein Wunderland. Wer bin ich, wer will ich sein, wer sollen die anderen denken, dass ich bin. Leute, Leute, Leute. Es wurden mir bald zu viele Leute. Die Leute, mit denen ich nichts mehr zu tun haben wollte, denen ich durch Umzug und Unibeginn entkommen war, waren einfach deutlich mehr als die anderen, neuen, die ich plötzlich sammelte wie Murmeln, weil sie mir das Gefühl geben sollten, dieses die-Menschen-die-du-im-Studium-triffst-begleiten-dich-ein-Leben-lang-Ding richtig zu machen. Bullshit. Zwei Wochen nach meiner Facebook-Geburt im Keller des Instituts für Deutsche Philologie löschte ich meinen Account.

Anfang 2009 entdeckte ich dann Twitter. Ein Avatar und 140 Zeichen. Kein Profil, kein was mag ich, was mach ich, wer will ich, dass du denkst, dass ich bin. Twitter war über Jahre meine liebste und einzige Social Media Platform und wurde erst 2015 durch Instagram von seinem Thron gestoßen. Warum eigentlich, das frage ich mich manchmal. Wo mir Text eigentlich so viel lieber ist als Bild und ich in den Instagram-Captions selten den Platz für tweetwürdiges sehe. „Tweetwürdig“ war in den letzten Jahren kaum noch etwas, so scheint es, denn meine Twitter-Drafts sind voll mit nie gesendeten Tweets. Vor ein paar Tagen entdeckte ich sie durch Zufall und musste mit Schmunzeln an eine der ersten Twitter- (oder war es Tweetbot?) Apps denken, bei der man in den Drafts die Option „alle senden“ hatte. Kidding? Fuck no.
Aber warum eigentlich nicht. Meine Twitter liegt seit einiger Zeit ziemlich brach und je länger die Funkstille andauert, umso schwere wird es, Halbgedanken, Gestänker, Nonsens und Nicht-News scheinbar unüberlegt und unmittelbar einfach rauszuschicken. Und vor knapp acht Jahren noch habe ich da so gut wie alles ohne nachzudenken einfach reingeschrieben. In 2012 etwa, als mein (erster) Twitter-Account drei Jahre alt war, lud ich all meine Tweets gesammelt runter, um sie zu sichern. Das PDF liest sich wie ein innerer Monolog – ein Gedanke noch beliebiger als der nächste, aber es war egal, so war Twitter eben. Ach, nochmal jung sein.

Die „alles senden“-Option gibt es in Tweetbot nicht mehr und auch wenn da wirklich keine Juwelen vergraben liegen, würde ich jetzt doch gerne sagen, heck, yes, raus damit!
Aus meinen Twitter-Entwürfen, von denen es mehr als hundert gibt, hier also 20 Tweets, ganz sicher völlig beliebig, ohne Zusammenhang, in keiner bestimmten Reihenfolge und alles außer tweetwürdig.





Auf facebook bin ich nach wie vor nicht und auf Twitter nur noch sehr leise. Vielleicht ändert sich letzteres wieder einmal – ausreichend Tweets hätte ich ja in meinen Entwürfen.
btw: you can follow me on twitter. Einmal jedes Schaltjahr gibts da dann auch was zu lesen, versprochen.👌🙆🏻

Sonntag, 5. Februar 2017

31 days of living my best life 🌞☁️🌳

Dass ich Sommer scheußlich finde und nichts lieber mag, als wenn sich der August langsam dem Ende zuneigt und der Frühherbst seine kühlen Morgen als Boten vorausschickt, ist kein Geheimnis. Trotzdem habe ich mit dem Winterwinter so meine Schwierigkeiten. Zumindest ab Mitte/Ende Januar. Dann sind die Kraftreserven, welche ich aus meiner Herbsteuphorie schöpfen konnte, so langsam verbraucht und mir ist mal wieder nach Tagen, die länger sind als ungefähr sechs Stunden.
Dieses Jahr war der Januar, auch nachdem der Weihnachts- und Geburtstagszaubers vorüber war, einer mit Freude, Licht und Glückseligkeit. Weil Yoga.

Sonntag, 29. Januar 2017

going #crueltyfree: Ein kleiner Einkauf … 🐰💋

Vor zwei Jahren habe ich mir vorgenommen, keine Kosmetik mehr zu kaufen, die an Tieren getestet wurde. Zu dem Zeitpunkt war ich seit knapp 10 Jahren ernährungstechnisch vegetarisch/vegan unterwegs – die Entscheidung schien plötzlich überfällig. Was ich an solchen Umstellungen und Veränderungen aber am wichtigsten finde ist, sie als Prozess und stetige Entwicklung zu sehen und gleichzeitig nachsichtig mit sich zu sein. Jede Entscheidung für eine positive Veränderung kommt zum richtigen Zeitpunkt, solange man sie jetzt trifft und nicht vertagt. „Hätte ich mal vorgestern, vor drei Monaten oder x Jahren …“ bringt niemanden weiter. Genauso kontraproduktiv ist es, einen Vorsatz gar nicht erst anzugehen, weil man fürchtet, ihn nicht in Perfektion verwirklichen zu können. Nur weil man ein Ideal vielleicht nicht erreichen kann, macht es nicht alle kleinen Schritte dorthin wertlos.

Sonntag, 22. Januar 2017

Salted Caramel … Scones (?!) #vegan

Diese Gebäckkreation ist meiner Erkältung geschuldet, während derer ich keinen Appetit auf Süßes hatte, dafür aber alles hätte einatmen können, was nur entfernt salzig schmeckte. Die noch übrigen weihnachtlichen Lebkuchenkekse mussten hart werden, denn am ersten Tag, an dem ich aufstehen und mich länger als 30 Minuten auf den Beinen halten konnte, habe ich gebacken und zwar salzig. Es hätten Cookies werden sollen, mir ist aber wohler dabei, die Monstrositäten, die ich letztendlich aus dem Backofen zog, „Scones“ zu nennen. Mit „Brötchen“ will ich erst gar nicht anfangen. So there.

Samstag, 14. Januar 2017

… of what's to come

Das neue Jahr habe ich in Bestform begrüßt, nur um an Tag 3 tief ins Tal der Nasennebenhöhlenentzündung abzustürzen, wo ich noch immer auf allen Vieren unterwegs bin. Ich dramatisiere das, weil ich eine ungeduldige Patientin bin [Edit: Ich habe gerade eine Maschine Wäsche aufgehängt und musste danach 1h schlafen. Vielleicht geht es mir tatsächlich nicht so gut.] und mir das Ausruhen schwer fällt. Womit ich bei einem meiner Ziele für 2017 bin: Öfter mal nichts tun. Sollte nicht so schwer sein. Für mich schon. Ich kann Arbeit nicht rumliegen sehen und sie entspannt ignorieren, während ich es mir mit einem Buch gemütlich mache. „Wenn diese drei Dinge erledigt sind, dann ruhe ich mich aus.“ Überraschenderweise wachsen zu erledigenden Dinge aber nach wie Schnittlauch. Sobald ich mit besagten drei Aufgaben durch bin, sehe ich fünf neue und so steigt der Hamster in sein Rad… Deshalb bekomme ich dann einen schönen Schnupfen, glaube ich. Damit ich endlich mal Ruhe gebe. Die Erkältungszeit hat vielleicht auch etwas damit zu tun, aber ich glaube fest daran, dass der Körper durch so etwas zu einem spricht. Doch zurück zu der Jahresanfangseuphorie.