Freitag, 29. Mai 2015

Lemon Drizzle … Pancakes (vegan)

Vegane Bananen-Pancakes mache ich regelmäßig, da sie sehr einfach und schnell zuzubereiten sind. Die „Lemon Drizzle“-Variante war allerdings eine aus der Not heraus entstandene, spontane Idee. Ihr vorausgegangen war ein Kuchen-Unglück, auf das ich an dieser Stelle aus emotionalen Gründen nicht näher eingehen möchte. Nur so viel: Es hätte ein Lemon-Drizzle-Cake werden sollen. Der Zitronensaft, den ich extra für den Zuckerguss zur Seite gestellt hatte, wurde obsolet, als dazugehöriger Zitronenkuchen in den Mülleimer wanderte. Besagter Zitronensaft wanderte dann wiederum in meine Bananen-Pancakes, wodurch eine sommerliche Variante der sonst eher zimtig-winterlichen Pfannkuchen entstand.



Zutaten
1 Banane • 100g (Dinkelvollkorn-)Mehl • 1 TL Backpulver • 100ml Sojamilch • 20ml Zitronensaft • 1Pk. Vanillezucker • Margarine für die Pfanne • Ahornsirup, Marmelade, Früchte als Topping •



Zuerst die Banane zerdrücken, dann Vanillezucker, Sojamilch und Zitronensaft dazugeben und verrühren. Das Mehl mit dem Backpulver vermischen und unterrühren bis ein glatter, dünnflüssiger Teig entsteht.



Margarine in der Pfanne erhitzen und die Hälfte des Teigs in die Pfanne geben – von beiden Seiten goldbraun backen. Aus der Teigmenge mache ich immer zwei handtellergroße Pfannkuchen. Wer kleinere bevorzugt, kann natürlich jeweils weniger Teig nehmen und einfach mehr als zwei machen.



Meine Pancakes mag ich am liebsten mit Agavendicksaft/Ahornsirup, Marmelade und frischen Beeren. Der Zitronensaft gibt allem einen erfrischenden Geschmack.


Grundsätzlich trösten Pancakes über vieles hinweg, finde ich, und sind nicht nur bei desaströsen Backerfahrungen ein effektives Heilmittel.



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Freitag, 22. Mai 2015

Oslo

„Oslo ist eine der teuersten Städte der Welt“, haben alle gesagt. Das stimmt, aber wir wollten trotzdem hin. „Fliegt doch nach Spanien, da ist alles viel günstiger und die Temperaturen sommerlich.“ Ja, das ist ja das Problem. Den Norden mag ich lieber.


—» Freitag, der 08. Mai 2015 «—

An einem Freitagabend haben wir das schwül-warme Berlin verlassen und ein Maiwochenende den norwegischen Frühling besucht. Der war „schlottrig“, aber dadurch umso belebender. Nach Oslo gebracht hat uns die Norwegian. Sie fliegt von Schönefeld.


Während Tegel mich manchmal an einen Busbahnhof erinnert, fühlt Schönefeld sich an wie eine etwas größere Garage. Sie beherbergt zwar Check-In-Schalter, Duty-Free-Shops und Gepäckbänder, könnte am nächsten Tage aber problemlos ein Baumarkt oder Logistikzentrum sein, weil dafür nur ein paar provisorisch wirkende Requisiten zusammengeklappt, weggeräumt, abtransportiert werden und einem neuen Bühnenbild Platz machen müssten. Ein kurzer Umbau und niemand kann sich mehr vorstellen, dass hier einmal ein internationaler Flughafen war. Dass BER ein internationaler Flughafen werden soll, ist auch schwer vorstellbar: Als wir auf dem Weg zur Startbahn an dem neuen und schon verwaisten Flughafenkomplex vorbeirollten, wirkte die Fassade, als sei auch sie nur die Front einer Filmkulisse, hinter der sich nichts verbirgt. Ein bisschen gespenstisch. Nicht mehr so in der Luft, als man in den Sonnenuntergang gucken und Berlin unter sich schrumpfen sehen konnte.




Bei Nacht kann man sich in allen Städten fürchten, oder? Ich will zumindest gerne glauben, dass der Grund für unser Unwohlsein, als wir vom Hauptbahnhof zu unserer Unterkunft liefen, die Dunkelheit und das Unbekannte waren und nicht die Gestalten in den Straßen, vor den Lokalen und Bars. In der U-Bahn war es zunächst nicht freundlicher, aber sie vermittelte uns zumindest das Gefühl, sicherer und zielstrebiger unterwegs zu sein.

—» Samstag, der 09. Mai 2015 «—

Vor allem freundlich wirkte die Stadt aber am nächsten Morgen. Der Samstag beginnt in Oslo eher langsam und ruhig, das war der erste Eindruck. Später am Tag stellte sich jedoch heraus, dass alles in Oslo eher langsam und ruhig verläuft und nicht die Langschläfer für die leeren Straßen verantwortlich waren. Es gibt wenige Autos, kaum Verkehr, keine Menschenhorden. Oslo ist unaufgeregt.





Ich weiß nicht, ob das mehreren Leuten so geht, aber wenn ich in einer Stadt bin, die am Meer liegt, muss ich immer zuerst einmal ans Wasser. Gucken, ob es wirklich da ist. Vielleicht ist das so ein „an den Bergen und weit weg vom Meer groß geworden“-Ding. Wir sind jedenfalls zuerst Richtung Wasser und zur Oper gelaufen.




Weil Meer, mehr Meer und überall Schiffe und wunderbarer Sonnenschein, sind wir an Bord eines Segelschiffs und haben eine Touri-Tour entlang der Fjorde unternommen. Dass Dinge (Kaugummi, Wasser in Flaschen und auch Bootstouren) in Oslo tatsächlich gar nicht mal so günstig sind, bestätigte der Preis der kleinen Hochseeunternehmung. Aber gelohnt hat es sich. Auch schmeckten danach, eingekuschelt in ein Café am Hafen, Kaffee und Blaubeermuffin noch besser, weil uns die frühlingshafte Brise an Deck tiefgekühlt hatte.



—» Sonntag, der 10. Mai 2015 «—

When in Oslo … dann führt kein Weg am Munch-Museum vorbei. Noch dazu, weil wir nur einen Steinwurf davon entfernt wohnten. Eine Spiegelreflex, das iPhone und eine dm-Einwegkamera schleppte ich allerdings umsonst mit in die Ausstellung, denn Fotografieren durfte man nicht. Einziges fotografisches Beweismaterial für unseren Besuch ist daher der Cappuccino aus dem Museumscafé.



Die Wege sind kurz in Oslo. Das ist erfrischend und erleichternd anders als in Städten wie Paris oder London. Vom touristischen Brennpunkt des Munch-Museums war daher auch das königlische Schloss nur einen kleinen Spaziergang entfernt und bis wir dort ankamen, meinte es sogar die Sonne wieder sehr gut mit uns.



Bis auf die Strecken, die wir mit Koffer von und zum Hauptbahnhof/Flughafen zurücklegten, gingen wir alles zu Fuß … nicht nur, weil in Oslo auch U-Bahnfahren *überraschenderweise* extrem teuer ist.
Doch auf jedem Weg, den man überirdisch bewältigt, kann man etwas entdecken: Und als wir zurück zu unserer Wohnung unterwegs waren, kamen wir daher noch an der Akershus-Festung vorbei. Für einen sonnig-milden Sonntag war auf den Grünflächen der Anlage idyllisch wenig (bis nichts) los. „Stell dir das in Berlin vor: Eine frisch gemähte, saubere, ruhig gelegene Wiese, auf der man sonntags picknicken kann, ohne mit Straßenmusik behelligt zu werden, eine Frisbee in die Fresse oder Dope angeboten zu bekommen… Ja, ne. Gibt‘s nich.“



Last but not least verdient auch unser Airbnb-Apartment noch eine Erwähnung: Die Ästhetik war tumblr-esque, minimalistisch; die Atmosphäre sehr persönlich und das Musikinstrumente-Konglomerat für uns musikalische Analphabeten Ehrfurcht erweckend. Auch nach der zweiten Airbnb-Erfahrung komme ich mir noch immer vor wie ein Eindringling und Voyeur, wenn ich eine fremde Wohnung betrete.





Da hängen Notizen und Telefonnummern am Kühlschrank, im Regal stehen Fotos, Sammelfiguren und auf dem Fensterbrett in der Küche liegt Kleingeld und der Briefkastenschlüssel. Man verhält sich so respektvoll wie möglich, guckt nirgends zu genau hin und versucht, dem gar nicht anwesenden Gastgeber so zu suggerieren, dass man das entgegengebrachte Vertrauen zu schätzen weiß. Man bemüht sich, keinen Dreck zu machen – ganz anders, als man es in einem Hotel vielleicht täte – und so wird selbst die Zeit, die man in der Unterkunft verbringt, zum Teil des Reiseerlebnisses, weil man neben der Erkundung der fremden Stadt, auch noch Zutritt zu einer weiteren, unbekannten und ganz persönlichen Lebenswelt eines Menschen bekommt.



Oslo hat mir gefallen. Das Wochenende war schön. Schön entspannt. Oslo ist entspannt. Entspannt und unaufgeregt.

Sonntag, 17. Mai 2015

Veganer Apfel-Streusel-Kuchen

Auf die Streuselkuchenidee kam ich, weil hier um die Ecke ein Café den besten aller Streuselkuchen im Angebot hat: Apfel-, Rhabarber-, und Kirschkuchen mit wunderbar feinen Streuseln. Letztere sind immer das Beste, weil sie buttrig-süß schmecken und … ach, ein Träumchen.
Wie üblich wollte ich mich jedenfalls selbst an einem solchen Kuchen versuchen und ihn in der veganen Ausführung backen. Tathergang und Lösung des Falls teile ich heute.



Zutaten
• 300g Mehl • 100g Zucker • 200g Margarine • 1 Banane • 8 Äpfel, eher mehlig/säuerlich • 3EL Zucker • 1 Prise Zimt •



Das kleine Geheimnis des veganen Mürbteigs ist die Banane. Sie fungiert als Bindemittel und ersetzt die Eier. Statt der Butter nimmt man natürlich einfach Margarine.
Zuerst wird die Banane zerdrückt und mit Mehl, Zucker und Margarine zu einem glatten Teig verknetet. Während man die Apfelfüllung zubereitet, kann der Teig für eine Zeit in den Kühlschrank.



Die Äpfel schälen, entkernen, in Stücke schneiden und in einen Topf geben: Darin werden die Äpfel mit einem Schuss Wasser, den drei Esslöffeln Zucker und einer (großzügigen) Prise Zimt erhitzt. Wie stark man die Äpfel einkochen möchte, bleibt jedem selbst überlassen, die gekochten Stückchen sollten aber etwas breiig sein und aneinander haften … so ist auch der geschnittene Kuchen später etwas dichter und zerfällt nicht.



Von dem Teig ein Viertel abteilen – das ist für die späteren Streusel – und den Rest ausrollen und in die Springform legen. Die Teigfläche muss einige Zentimeter größer sein als die Form selbst, damit Teig für den Rand bleibt.



Das Apfelkompott dann in die Springform geben und den übrigen Teig in Flocken zupfen und darüber verteilen.
Nun kommt der Kuchen für 20 Minuten bei 180°C in den vorgeheizten Backofen.




Den Kuchen dann abkühlen lassen und vorsichtig den Ring der Springform lösen.
Der Punkt auf dem „i“ wäre bei frischem, warmen Apfelkuchen nun noch eine Kugel Vanilleeis (gibt’s ja auch aus Sojamilch), aber auch ohne ist der Kuchen wunderbar.



Wenn jemand (trotz eines regen Kuchenappetits) beim Backen bedeutend eifriger ist als beim Verzehr, kann den Apfelkuchen nach dem Abkühlen auch in Stücke schneiden und einfrieren. Wenn man ihn dann zum Auftauen bei niedriger Temperatur einige Minuten in den Backofen stellt und danach mit Zimt und Zucker bestreut, schmeckt er noch einmal wie ganz frisch gebacken.



Enjoy! :)


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Samstag, 2. Mai 2015

#shelfie

Then I tangoed with my bookshelf, dipping in and out again, in and out again—a Marie Howe poem, then a John Cheever Story. An old E. B. White essay, then a passage from Trumpet of the Swans.

Rachel Cohen & David Levithan: Dash and Lily's Book of Dares

Ein Bücherregal ist kein Möbelstück, sondern ein Mitbewohner. Auch wenn es unbeweglich und leblos an der Wand zu stehen scheint, kann es teilnehmen, interagieren und kommunizieren. Am besten mit seinem Besitzer, aber auch mit Freunden und Besuch. Der „Tango“, den David Levithan den Protagonisten Dash in Dash and Lily's Book of Dares mit seinem Bücherregal tanzen lässt, ist echt und wirkt. Ob es ein Tanz ist, ein Ringkampf oder einfach ein Gespräch, ist abhängig von der Situation und demjenigen, der vor dem Regal steht. Noch davor steht nur die Entscheidung, ein Bücherregal an seinem Leben teilhaben zu lassen.


Durch meinen Umzug musste/wollte ich mich von knapp 100 Büchern trennen. Auch wenn ich gründsätzlich emotional bin, wenn es um Bücher geht, kann ich das Thema, wenn nötig, auch rational angehen: Es gibt Bücher, die liest man 1x – wenn sie einem abgesehen davon nichts bedeuten, sollten sie neuem Lesestoff Platz machen. Jedes Buch weniger bedeutete in meinem Fall weniger einpacken, schleppen, auspacken zu müssen und daher war ich beim Aussortieren rigoros. In mein neues (Haupt-)Bücherregal eingeräumt habe ich nur noch Dinge, die bleiben. Im neuen Zuhause darf nun auch die Sammlung wieder wachsen – regelmäßige Bestandsaufnahmen und eventuelles Aussortieren wird es dennoch geben.


Ich kenne mein Bücherregal. Ich weiß genau, was wo steht und warum. Und da sind wir nun bei dem Thema des Einräumens und -ordnens: Immer wieder höre ich, dass Menschen ihre Bücher nach Farben sortieren. Nach Farben. „Weil das schön aussieht.“ Nein. Nei-en. Ich gehe dann an mein Regal und überlege, welche Titel nebeneinander stünden, folgte ich der Farbregel. Noch mehr nein. Dass man im Baumarkt oder Bastelladen Farben nach Farben sortiert und nicht nach Konsistenz oder Trocknungsgeschwindigkeit, ist klar. Und weil wir sowieso gerade im Baumarkt sind: Nicht einmal Fliesen werden nach Farben sortiert, sondern nach Einsatzort (Bad, Küche etc.) und Oberflächenstruktur! Bücher nach Farben? „Naja, das ist halt was für fantasievolle, kreative Menschen.“ Ja, nein. Geh weg.


Ich habe ein System. Kein System ohne Ausnahmen, selbstverständlich, schließlich habe ich nicht endlos Platz.
Ich sortiere vordergründig nach Nationalität des Autors. Wegen meines Studiums habe ich viele Amerikaner und Briten, aber natürlich auch Germans – von denen jedoch nicht ganz so viele.
Daneben habe ich auch separate Bereiche für z.B. Biographien/Autobiographien, Briefe etc.: Hier stehen dann sowohl Gertrud Stein, als auch Ingeborg Bachmann — die Textkategorie sticht also die Herkunft des Autors/der Autorin, womit wir bei einer der Ausnahmen wären.


Weitere Kategorien sind Fach-, Forschungs- und allgemein Sekundärliteratur, also z.B. Essays, Lehrbücher usw.; außerdem gibt es ein Regalbrett mit Reiseliteratur und (meinen) alten Tagbüchern und eines, das „Unterhaltungsliteratur“ beherbergt. Auf diesem tümmelt sich zudem, was aus platztechnischen Gründen nicht mehr zu seinen Kollegen in die eigentlich zutreffende Kategorie passte. Und so residiert zum Beispiel Infinite Jest in direkter Nachbarschaft zu Twilight – no offence, David, aber bei den anderen Amerikanern, fernab des Trivialregals, war einfach nicht mehr genug Platz für deinen Wälzer.


Neben dem großen Bücherregal gibt es noch ein kleines Bücherbord und diverse Stapel in meinem Zimmer – das sind meist Neuzugänge und Bücher, die ich gerade lese oder demnächst lesen möchte. Da herrscht kein Ordnungssystem und alles steht und liegt relativ zufällig neben- und aufeinander … – nur nach Farben wird auch dort nicht sortiert!


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