Sonntag, 25. Oktober 2015

What I've Been Up To – eine Liste

Listen mag ich ja sehr gerne. Sie geben mir einen Überblick. Wenn ich also nicht weiß, wo ich anfangen soll, muss eine Liste her. Auch wenn ich vor mir sehen möchte, was alles gut ist gerade, schön und erfreulich, kann eine Liste helfen. Eine solche gibt es heute. Ihr mögt Listen hoffentlich auch:
 001 Herbst 
Mit dem ersten September fing die für mich schönste Zeit des Jahres an. Während des ersten Septemberteils haben wir den Spätsommer in Irland begrüßt und seit wir zurück sind, wurde es auch hier mit jedem Tag herbstlicher.
Auf den Herbst in Berlin hatte ich mich so gefreut. Herbst macht alles freundlicher, sanfter, schöner, finde ich. Weil im September immer das neue Schuljahr und später das Wintersemester begann, steht der Herbst in meinem Empfinden für Neuanfänge. Die Natur macht sich nochmal richtig schön, bevor sie sich für eine Ruhepause zurückzieht. Letzteres finde ich auch sehr sympathisch an dieser Jahreszeit: Jeder braucht Rückzugs- und Ruhezeiten. Immer auf voller Leistung zu laufen, kann und muss niemand schaffen. Man darf sich ausklinken, wie die Natur und sagen: Macht mal ohne mich, ich bin im Frühling wieder da.

 002 GIRLS! 
Herbst ist Serienzeit! Nicht, weil ich im restlichen Jahr weniger Serien gucke, sondern weil im Herbst immer die neuen Staffeln beginnen und ich die diversen Re-Watch-Marathons starte, sobald die Tage wieder kürzer werden. Ich tue mich sehr schwer damit, Lieblingsserien zu finden. Die Gilmore Girls sind und bleiben ungeschlagen. Meist fange ich da jedes Jahr im Herbst wieder bei der 1. Staffel an. Dieses Jahr so mit GIRLS. Dass ich Lena Dunhams Buch gelesen habe, ist ziemlich genau ein Jahr her und da wurden Erinnerungen wach. Die ganze Clique führt mir in kleinen und großen Existenzkrisen vor Augen, dass Erwachsensein nichts mit Alter zu tun hat und erwachsen werden nicht von heute auf morgen passiert. Mitte Zwanzig sein und keinen Plan haben ist legitim und nicht tödlich. Hannah, Shoshanna, Marnie und Jessa erinnern mich regelmäßig daran und das tut gut.
 003 Sport 
Mit dem Laufen wird es leider wegen der dunklen Jahreszeit immer schwieriger. Morgens vor der Arbeit ist es noch zu dunkel und abends nach der Arbeit ist es schon zu dunkel. Oft laufe ich einfach trotzdem, aber die Überwindung ist groß. Nicht wegen des Sports an sich, sondern wegen der Dunkelheit. Stattdessen mache ich nun noch mehr Yoga und Pilates. Das war im Sommer immer an den Lauf-freien Tagen dran, um den Gelenken eine Pause zu geben. Ein Yoga-/Pilatesstündchen am Abend ist ein sehr guter und entspannender Ausgleich und morgens ein belebender Weg, den Tag zu beginnen. Und die Dunkelheit* ist dann nicht hinderlich, sondern macht es noch gemütlicher.
*Edit: Thanks to the Zeitumstellung kann ich ab heute auch wieder morgens laufen. So für einen Monat. Dann ist es morgens dunkel und abends und dazwischen auch.
 004 Essen 
Für meditative Essenszubereitung und ausgedehnten Verzehr ist unter der Woche leider nie so viel Zeit wie am Wochenende. Wenn aber der Samstag kommt, gibt es zum Frühstück wieder eine Smoothiebowl, bei der mir die Vorbereitung alleine schon so viel Spaß macht und für die ich schon eine halbe Stunde aufwende. Vielleicht mache ich dazu auch mal einen Post... Vor einigen Monaten habe ich ja mein Lieblingsfrühstück für die Wintermonate gezeigt. Und dieses hier scheint der Favorit der diesjährigen Saison zu werden.
Abgesehen von Frühstücksessen haben wir in den bisherigen Herbstmonaten schon sehr viel Kürbis (in allen Variationen) gekocht, Eintöpfe, Suppen, viel Gemüse, Kohl. Gemeinsam kochen und zusammen essen ist im Herbst und Winter noch so viel schöner.
 005 Reisen mit leichtem Gepäck 
Vor einiger Zeit hatte ich einmal anklingen lassen, dass ich in allen Bereichen meiner „Besitzgüter“ gründlich aussortiert habe und das eine wunderbare Sache war. Davon möchte ich gerne erzählen.
Durch mein stetes Wohnen in winzigen WG-Zimmern oder Einzimmerwohnungen, hatte mein Kram nie die Möglichkeit, ins Unermessliche zu wachsen. Dennoch akkumuliert man eben eine ganz beachtliche Menge an Sachen über die Jahre.
Vor gut zwei Jahren zog ich in München einmal um. Die Aussicht, all meinen Krempel in Kisten packen zu müssen, bewegte mich dazu, ihn vor dem Umzug drastisch zu reduzieren. Seit diesem Zeitpunkt ist die Menge an Dingen, die ich mein Eigen nenne, stets geschrumpft, anstatt zu wachsen. Ein Trend, der mich sehr zufrieden macht.
Auch vor und nach dem Umzug Anfang dieses Jahres habe ich mich von vielen Sachen verabschiedet und tue es nach wie vor. Ich habe mich mittlerweile so daran gewöhnt, regelmäßige (mindestens 1-2x/Monat) Bestandsaufnahmen zu machen und auszusortieren, dass es keinen Fleck in der Wohnung gibt, an dem vergessene Dinge schlummern, die ich (eigentlich) nicht brauche. Einige Schubladen und Stauräume in meinem Zimmer sind bis auf wenige Stücke leer und das gefällt mir sehr gut.
Versteht mich nicht falsch: Was ich alles so habe, schreit immer noch „Wohlstand!“ und „erste Welt!“, ... was ich jedoch geschafft habe und woran ich weiterhin arbeiten will, ist ein Gefühl dafür zu entwickeln, was ich habe/brauche und was nicht. Klar einschätzen zu können „Möchte ich das nun kaufen, weil ich es haben will oder weil ich es brauche/es nützlich ist?“. Diese Frage hilft mir sehr. Wenn ich dann feststelle „Dieses dritte Paar Sneakers möchte ich einfach gerne haben, weil ich es schön finde.“, dann sage ich mir entweder „Nein, brauchst du nicht, geh heim.“ oder „Ok, aber dann musst du dafür zwei Paar andere Schuhe aussortieren/verkaufen/spenden o.ä.“
Es geht mir vordergründig nicht bloß darum, nichts anzusammeln, was ich nicht brauche/benutze, sondern meinen Besitz auf Dinge zu beschränken, die tatsächlich zum Einsatz kommen. Und das macht Spaß! Denn wenn etwas Geldverschwendung war und Platzverschwendung ist, macht mich das unzufrieden und unglücklich. Die Tatsache dagegen, wenige Lieblingsstücke (z.B. ein Paar Stiefel, einen Mantel, einen Rucksack) zu besitzen, die ich regelmäßig trage/benutze und mich viel begleiten, macht mich froh. Und das wäre ich gerne so oft wie möglich.
Ein Beispiel: Ich hatte bis vor einigen Jahren ziemlich viele Taschen und Rucksäcke. Die mussten ja zu den ganzen verschiedenen Schuhen, Jacken, wasauchimmer passen. Mittlerweile benutze ich sehr oft einfach einen Stoffbeutel, habe noch zwei Taschen und zwei Rucksäcke. There you go. Ich muss mir nie Gedanken machen, was wozu passt oder mich zwischen einer Vielzahl an Optionen entscheiden.
Bei all meinen Sachen gilt: Ich will nicht in einen Zustand kommen, in dem ich den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehe. Ich möchte stets wissen, was ich habe und wo und ob mir mein Besitz nützt (ob nun praktisch oder emotional) und mich freut, oder stattdessen belastet.
Ich stelle mir oftmals vor, dass Menschen, egal wohin sie gehen und was sie physisch gerade bei sich tragen, auch immer ihren ganzen, gesamten Besitz mit sich herumschleppen... Wie man Emotionales mit sich herum tragen und unter der Last einknicken kann, so belastet auch Materielles, denke ich. Und daher fühle ich mich mit weniger auch entsprechend leichter, freier, beschwingter und freue mich umso mehr an den verbleibenden Dingen.

In diesem Sinne: Genießt euren Herbst. Die Farben, die kühle Luft, die Gemütlichkeit, das feine Essen, die Möglichkeiten, in Bewegung zu bleiben und sich daneben auch auszuruhen.
Und macht Listen: Was ist alles schön gerade, was freut euch, macht euch zufrieden? Da gibt es so einiges, ganz sicher.

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