Samstag, 23. April 2016

Rohrnudeln! #vegan

Hefeteig ist so ein Hassliebe-Ding für mich. Dieses ambivalente Gefühl stellt sich sowohl bei der Zubereitung als auch bei Verzehr und Genuss ein. Erst einmal finde ich Hefe prinzipiell enorm unappetitlich, um nicht eklig zu sagen. Ist der scheußlich stinkende Brocken dann mal verarbeitet und ein Teig zusammengeknetet, ebbt der Ekel etwas ab und macht Platz für die latent aggressive Erwartung, ob der Teig nun gelungen ist und auch tatsächlich aufgeht. Denn ich habe auch schon Hefeteige (Teige?) zubereitet, die nach 45 Minuten an „einem warmen Ort“ noch immer als kleiner erbärmlicher Klumpen in ihrer Schüssel lagen.

Letztens hatte ich jedenfalls Lust auf Rohrnudeln. Auch als Buchteln bekannt. Unter dem Decknamen gibt es sie in der ein oder anderen Bäckerei hier in Berlin, aber eben nicht vegan. Y THO! Habe ich also welche selbst gemacht. Und als wir dann auch noch veganes Vanillesaucenpulver fanden, schlug doch wieder die Liebe für Hefeteig durch und der Rohrnudel-Samstag war perfekt.
Ob nach der langen Vorrede nun noch jemand Motivation hat für Hefeteig und mir glaubt, wenn ich sage, dass es WIRKLICH GANZ EINFACH ist, bleibt unklar, aber wo wir schon mal hier sind…

• 30g frische Hefe • 400g Mehl (+ x) • 50g Vollrohrzucker • 1 Pk. Vanillezucker • 150ml lauwarmes Wasser • 150ml Hafersahne • 1 Prise Salz • 1 Pk. Vanillezucker • Margarine • Sojamilch

Zuerst Zucker und Hefe in 50ml des Wassers auflösen und zugedeckt an einem warmen Ort für ca. 15 Minuten ruhen lassen. Danach alle übrigen Zutaten zugeben und einen glatten Teig kneten. Ich musste während des Knetens hier noch einiges an Mehl zugeben, damit das Ganze glatt wurde. Oh, und zum Mehl: Da habe ich dann doch nicht ausschließlich das abgebildete Weizenmehl genommen, sondern ein Dinkelvollkornmehl, das noch hatte. Deshalb sind die fertigen Rohrnudeln auch sehr dunkel und sehen aus wie Vollkornsemmeln. :>

Den fertigen Teig dann jedenfalls erneut zugedeckt in der Wärme für ca. 30 Minuten gehen lassen und danach zu einer Rolle formen und diese in 12 gleiche Teile teilen und zu Teiglingen verarbeiten. Die Teiglinge zumindest in annähernd ähnliche Größen zu bringen, gelang mir leider nicht und so habe ich große Monsterrohrnudeln und sehr kleine Kindergartenrohrnudeln gefertigt. Macht nichts.

Eine Auflaufform fetten und mit etwas Zucker ausstreuen. Die Teiglinge hineinsetzen und mit einer kleinen Tasse Sojamilch übergießen und zum Schluss mit ein wenig zerlassener Margarine bepinseln.
Die Rohrnudeln kommen dann bei 180°C ca. 30 Minuten in den vorgeheizten Ofen.


Auch wenn die lieben Rohrnudeln so unterschiedlich in Größe und Form geworden sind, waren sie doch alle gleichermaßen fein. Wir haben im Bioladen noch Vanillesaucenpulver gekauft und mit Sojamilch sehr, sehr gute Vanillesauce gekocht. In der ging das Gebäck dann Schwimmen.
Ich mochte die (Dinkelvollkorn-)rohrnudeln sehr gerne und sie waren mir auch nicht zu süß (bei denen vom Bäcker ist das manchmal so).
Gutes Gelingen, lasst es euch schmecken und adieu!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen