Samstag, 6. August 2016

New Plantfriends đŸŒ”

In unserer neuen Wohnung sind wir nun schon 1,5 Jahre. Von „neu“ zu sprechen trifft es also nicht mehr ganz. Dennoch passiert und verĂ€ndert sich stĂ€ndig etwas, wir versuchen zu verbessern und alles im Fluss zu halten. Nur wenn man bewusst betrachtet, womit man sich umgibt und in Frage stellt, was man besitzt, hĂ€uft man nichts ÜberflĂŒssiges an und stellt sicher, dass Materielles Relevanz und Bedeutung hat. Was diesen Anspruch nicht erfĂŒllt, kann weg. So entsteht Platz und ja, rĂ€umliche Leere. Diese mit neuen Dingen zu fĂŒllen wĂ€re widersinnig, was unserer Wohnung aber noch fehlte, war mehr Leben. Daher haben wir neue Pflanzenfreunde zu uns geholt.

In meiner Familie bin ich dafĂŒr bekannt, keinen besonders grĂŒnen Daumen zu haben. Ich frage mich, ob diese „Tatsache“ Fundament hat und auf Erfahrungswerten beruht oder aus einem Einzelfall heraus entstand und sich quasi verselbstĂ€ndigte und als gemeinhin bekannt etablierte, einfach nur, weil man sich oft genug erzĂ€hlte, dass Carolin 1998 ihre Zimmerpalme vernachlĂ€ssigt und beinah getötet hatte. Aus Respekt vor diesem meinem Ruf, habe ich mich in den letzten Jahren jedenfalls kaum ĂŒber Kakteen und Sukkulenten hinaus gewagt. (Auch gab es in meinen frĂŒheren Wohnungen einfach keinen Platz fĂŒr GrĂ¶ĂŸeres.) In Anbetracht des Platzes, den ich durch Aussortieren von „Kram“ in den vergangenen Monaten geschaffen habe, verabschiedete ich mich jedenfalls auch von der Angst davor, alles GrĂŒnende umzubringen und radelte zu einer GĂ€rtnerei in Treptow. Aus „nur mal gucken“ wurde ein grĂ¶ĂŸere Pflanzeneinkauf, der in einem Balance-Akt endete, bei dem ich Sukkulenten, Kakteen, einen Gummibaum, Übertöpfe und Blumenerde mit dem Fahrrad nach Hause wackelte. Die Reise hat uns zusammengeschweißt. So erklĂ€re ich mir jedenfalls, dass alle Pflanzen noch am Leben und sogar schon gewachsen sind. Strike. 🎉


Pflanzen verÀndern RÀume komplett und geben ihnen ein anderes, lebendigeres Gesicht. Bei einem einmaligen GÀrtnereibesuch blieb es also nicht und wir machten uns ein paar Tage spÀter noch einmal mit dem Auto auf den Weg.
Mittlerweile steht alles an seinem Platz und wir beobachten tĂ€glich, wie sich unsere neuen Mitbewohner entwickeln und ob sie mit Licht- und Wassermenge zufrieden sind. Manche ließen sich den Umzug aus der GĂ€rtnerei zu uns und in einen neuen Topf mit mehr Erde nicht anmerken, andere wuchsen plötzlich erheblich und wieder andere waren erst einmal irritiert und warfen ein paar BlĂ€tter ab. Auch die haben sich aber gefangen und scheinen sich nun bei uns eingefunden zu haben.



Dass man mit Pflanzen sprechen soll, hat mir meine Mutter oft gesagt. FrĂŒher habe ich das nie gemacht, aber als mir mein (mittlerweile ca. 8 Jahre alter) Gliederkaktus bereits einige Jahre erhalten geblieben und ich zuversichtlich war, dass er nicht spontan verenden wĂŒrde, gab ich dem doch einen Versuch. In dem Jahr machte er zum ersten Mal BlĂŒten. Kein Witz.
Bei den neuen Pflanzen habe ich damit also schon beim Umtopfen angefangen, weil ich mir dachte, dass das Prozedere stressig sein muss. Die Dieffenbachie quittierte mir das mit bereits erwĂ€hnten braunen BlĂ€ttern und ich hatte Sorge, dass sie nun konsequent eingehen wĂŒrde, weil bereits viele weitere BlĂ€tter gelbe Spitzen bekamen. Mit ihr habe ich am meisten gesprochen, sie gefragt, was los ist, warum sie gelb wird, ob sie mehr Wasser braucht oder Licht. Vielleicht klingt das bekloppt, aber eine Pflanze lebt schließlich, warum also nicht mit ihr sprechen. Meine sammelte sich jedenfalls, streckte sich ein bisschen und hörte auf mit den gelben BlĂ€ttern. Stattdessen rollt sie jetzt ein paar neue aus.







Wir mögen unsere neuen #plantfriends jedenfalls sehr und sicher werden noch weitere hinzukommen. Ziel ist eine Dschungelwohnung, in der es mehr Pflanzen als Möbel und „Kram“ gibt.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen