Samstag, 12. August 2017

48h in Zürich 🏔🇨🇭

Die Schweiz ist das Urlaubsland meiner Kindheit. Ich erinnere mich an Sommerwochen in unserem Wohnmobil, auf Campingplätzen am Fuß von schroffen Bergen – an das Matterhorn, Bergbäche und Wälder. Bevor ich in die Schule kam, waren wilde Campingferien im Nirgendwo für mich das größte Abenteuer. Ich liebte das draußen leben auf Zeit.
Nach einem letzten Skiurlaub in der Schweiz vor ca. 15 Jahren, war ich nicht mehr dort. Der Reiz der Natur und die Anziehung der Berge waren immer da, gerade im Sommer. Aber die Preise hielten uns stets zurück… Vor kurzem haben wir uns aber mit einem Wochenende in Zürich langsam wieder an die Idee eines Schweizurlaubs herangewagt. Erstmal nur für 48h. Für länger hat es nicht gereicht.💸😜

Sonntag, 30. Juli 2017

Sunday Diary 🌿🐭☕️

Samstage sind mir die lieberen Sonntage. Einfach weil danach nochmal Sonntag ist. Äh, wie? Naja, dieses flaue Sonntagspätnachmittaggefühl, das einem den Klang des Weckers, die Pilgerreise ins Büro und diese Montagsstimmung ins Bewusstsein ruft, das schmälert oft mein erfüllendes Sonntagserlebnis. So richtig fallen lassen kann ich mich da irgendwie nicht. Aber dass ich damit generell hadere, habe ich ja nun schon thematisiert. Dennoch versuche ich und versuchen wir die Sonntage so zu gestalten, dass sie besagtem Blues wenig bis keinen Raum geben. Mir ist dabei eine Mischung aus draußen und daheim sein wichtig. Dass mir ersteres sehr viel gibt – und oftmals zu kurz kommt, weil ich eben ein absoluter Homie/Eremit bin – zeigt sich oft darin, wie wohltuend und aufladend kurze Mini-Escapes sind, bei denen man einfach auf Entdeckung gehen kann und an nichts anderes denken muss. [Mehr zu dem Thema in einem der kommenden Posts. ✈️🏔🇨🇭.]

Wir haben keine „Sonntagsrituale“ – das ein oder andere wiederholt sich aber doch jeden Sonntag. Einen der letzten habe ich in Momentaufnahmen festgehalten: Ein Sonntagstagebuch. ☕️

Sonntag, 23. Juli 2017

»less doing, more being« – eine Suche

Der Sommer ist dieses Jahr sehr gut zu mir, indem er in frühherbstlicher Manier viel Regen, Wind und oft gerade mal 20°C bringt. Vielleicht wurde er sich selbst zu viel und dachte „Was soll der Stress mit der Hitze eigentlich?“ Mit dem Ausbleiben des Palma-de-Mallorca-Klimas verbreitet sich zu meiner großen Erleichterung auch nicht diese Sommereuphorie unter den Menschen, die ab Juni am liebsten draußen leben würden, die Nächte am Landwehrkanal verbringen und sich bis vier Uhr morgens Geschichten übers Leben erzählen. Wer Spaß daran hat, schön – mich macht das hingegen innerlich nur schon beim bloß darüber nachdenken ganz leer und müde.
Doch trotz der mäßigen Temperaturen und der verhaltenen Stimmung um mich, fühle ich mich irgendwie kraftlos und als müsste ich mal sehr tief seufzen. Nicht nur im übertragenen Sinne. Geräuschvoll auszuatmen versucht meine Osteopathin mir nun schon seit Monaten beizubringen. Denn wie sich herausstellte, atme ich zwar viel und oft ein, aber so gut wie nie aus. Das würde aber Spannungen lösen. Und Spannungen habe ich reichlich und eigentlich so gut wie überall, aber in den Schultern und im Bauch und wo wir dabei sind auch im Gesicht und am Kopf und eigentlich vom Becken aufwärts ganz besonders. Als ich neulich vorfreudig zu jemandem sagte „Ich bin gespannt!“, wurde ich direkt ein bisschen traurig, weil ich mir dachte „Ja, ich bin gespannt und zwar 24/7 und in jedem einzelnen Muskel.“ Aber ich verliere den Faden.

Samstag, 8. Juli 2017

Amrum-Magie: Vier Tage auf der Insel 🌊🌾⛵️

Dass wir nach Amrum zurückkehren würden, wusste ich schon letztes Jahr, als wir die Insel kennenlernten. Und weil wir die Sehnsucht nicht zu groß werden lassen wollten, buchten wir schon im Januar unseren Zug ans Meer. Einen Blogpost mit Fotos gab es auch nach unser letztjährigen Reise – nachdem aber wieder so, so viele von euch nach weiteren Eindrücken und Reisetipps gefragt haben, will ich Amrum 2017 ebenfalls einen Platz hier geben.

Große Geheimnisse werde ich euch mit meinen Tipps wohl nicht verraten, denn Amrum scheint in den Herzen sehr vieler Menschen zuhause und für sie die beste Nordseeinsel zu sein. Als wir unseren ersten kleinen Sommer-Escape für 2017 planten, überlegten auch wir nur sehr kurz, ob dieses Jahr vielleicht eine der anderen Inseln unser Ziel werden sollte … 🤔 Nö. Amrum.

Samstag, 24. Juni 2017

Bücher für die Insel II – meine Amrum-Leseliste 🌊📚🌾

Letzten Sommer habe ich eine kleine Leseliste mit euch geteilt und erzählt, welche Bücher ich auf unsere Kurzreise an die Nordsee mitnehme. Weil ich gerade wieder dabei bin, meine Reisetasche für ein paar Tage am rauen Meer zu packen und auch ein kleiner Stapel Bücher in mein Gepäck wandert, folgt heute eine Fortsetzung und die Liste 2017 der „Bücher für die Insel“.
Über Bücher zu sprechen, die man noch nicht gelesen hat, ist immer etwas schiewrig, denn alle Aussagen basieren auf Hörensagen, einem ersten Eindruck oder den Erwartungen, die man an eine Lektüre hat. Aber ich sehe immer gerne, was andere auf ihrer tbr-Liste haben – die Titel geben auch ohne detaillierte Review eine Idee für die eigene Leseliste...

Samstag, 17. Juni 2017

Enjoy, Change, Accept: Acceptance Jar DIY ✂️🖌💜

Hey y’all! Heute habe ich ein kleines DIY im Gepäck, für welches das Buch We: A Manifesto for Women Everywhere von Gillian Anderson und Jennifer Nadel mir die Idee gab. Ich lese das Buch seit ein paar Wochen. Ich nehme mir Zeit, weil die Autorinnen sehr viele Impulse, Ideen und Gedanken geben, die ich für mich verdauen, reflektieren und verinnerlichen muss, bevor ich zum nächsten Kapitel übergehen und weiterlesen kann. Neben einem (theoretischen) Text gibt das Buch außerdem praktische Übungen, die dabei helfen sollen, besagte Impulse praktisch umzusetzen, langfrstig mit ihnen zu arbeiten und letztlich real davon zu profitieren. Noch während der ersten Seiten habe ich das übliche „carpe diem“-Gedöns erwartet – realtiv schnell stellte ich aber fest, dass sich die Autorinnen wirklich tief Gedanken gemacht und aus verschiedensten Erfahrungen sprechend, neun Prinzipien extrahiert haben, die, wie der Titel des Buchs nahelegt, dabei helfen sollen, ein Leben „mit mehr Substanz“ zu führen. Was das wiederum bedeutet, darf jeder für sich selbst bestimmen und ausgestalten – das Buch gibt mit den Prinzipien aber tatsächlich nützliche Werkzeuge, die bei dieser Gestaltung helfen können.
Eines der neun Prinzipien, das zweite, ist Acceptance – und wo von Akzeptanz die Rede ist, liegt meist Gelassenheit nicht weit entfernt. Das Gelassenheitsgebet von Reinhold Niebuhr ist sicher vielen bekannt und vermutlich auf inspirierenden (…) Postkarten, Kissenbezügen, Wandtattoos und anderen unsäglichen Interieur-Artikeln begegnet. Dem zum Trotz sei gesagt, dass es den Nagel auf den Kopf trifft:

Samstag, 10. Juni 2017

Ein Tag in Hamburg

Ende Mai bin ich spontan mit dem Zug nach Hamburg gefahren und habe einen Tag dort verbracht. Alleine in einer Stadt unterwegs zu sein, in der man nicht wohnt, nicht arbeitet und entsprechend nichts muss, ist eine sehr schöne Mini-Exkursion – raus aus dem eigenen Kopf.
Auf der Hinfahrt hatte ich ein ganzes Abteil im IC für mich und las in Ruhe mein Buch. Um kurz nach 10:00 betrat ich mit den ersten Besuchern die Kunsthalle. Und endlich: Der Wanderer über dem Nebelmeer. Am frühen Nachmittag durch die voller werdene Stadt, die HafenCity und zur Elphie – dann ein kurzer Abstecher in die Innenstadt und an der Außenalster entlang nach St. Georg – in einem Café tief Luft holen, die Füße ruhen lassen, lesen … langsam zurück zum Hauptbahnhof und mit dem ICE Richtung Heimat. ⚓️ 🐻

Samstag, 3. Juni 2017

Ein Festival, ein Rucksack – die Intro-Edition 🎒🌿

Als die Lieben bei DaWanda mich fragten, ob ich gemeinsam mit ihnen auf das Malzwiese-Festival kommen und ihren Design-Markt besuchen möchte, habe ich mich riesig gefreut. Mein Intro-Ich flüsterte mir aber ein, dass ein Festival eigentlich nicht gerade ein Heimspiel für uns ist, ganz im Gegenteil: Viele Menschen, ein gewisser Lärmpegel, keine Rückzugsmöglichkeiten, Reizüberflutung. Aber ich habe in den letzten Jahren gelernt, in solchen Umgebungen immer besser klarzukommen und das ist wunderbar, denn so kann ich eineseits respektieren wie und wer ich bin, andererseits bleiben mir aber Erfahrungen wie beispielsweise eine spannende Veranstaltung, ein Festival, eine Konferenz o.ä. nicht vorenthalten. Vor einem Jahr habe ich bereits einmal in einem Post ein paar meiner Tipps für die Besuche von Konferenzen etc. als Intro verraten. In einem der Punkte, bei Organisation/Vorbereitung erzählte ich, dass ich immer schon am Vorabend alles für den nächsten Tag herrichte und dabei am liebsten einen Rucksack packe/dabei habe. So sind die Hände frei. Was den Inhalt des Rucksacks betrifft, will ich heute einen kleinen Einblick geben.


Samstag, 27. Mai 2017

Lieblingskleid

Wenn die Temperaturen Mitte Mai schon zum ersten Mal bei den 30°C anklopfen, lässt der Sommer seine Muskeln spielen und zeigt, was er könnte, wenn er denn wollte. Wer mich schon eine Weile kennt, weiß, dass der Sommer und ich uns nicht immer gut verstehen. Der Frühling ist mir dagegen lieber und der Herbst mein bester Freund. Mein Körper und ich vertragen einfach die Hitze nicht und wenn mir das T-Shirt nach nur drei zügigen Schritten schon am Rücken klebt, möchte ich mich wie eine Fünfjährige auf den Boden werfen und aus Unbehagen quängeln und heulen. Was dann hilft, ist entweder drinnen bleiben oder wenig genug anziehen. Dass ich am liebsten das Gegenteil von letzterem tue und über die dritte meist gerne noch eine vierte und fünfte Kleidungslage schichte, erklärt vielleicht meine Herbstvorliebe. Wenn jedoch der Sommer im Frühling schon seine Vorboten schickt, hole ich gezwungenermaßen meine Röcke und Kleider raus und das ist dann schon ok, denn eigentlich mag ich die ganz gerne.



Samstag, 20. Mai 2017

Drei Tage in Amsterdam #marylebowvsamsterdam

Viele Jahre war Amsterdam nicht auf meinem Reiseziel-Radar. London und Paris waren immer eine zu große Konkurrenz, wenn es um die Suche nach einer Destination für ein langes Wochenende ging. Es hat auch nichts mit „The Fault in Our Stars“ zu tun, dass ich doch endlich einmal nach Amsterdam wollte … es war vielmehr der Januar- und Nachweihnachtsblues, der mich beim Pläne schmieden für kleine Fluchten im Frühling und Sommer an die niederländische Hauptstadt denken ließ. An der Stelle fällt mir auf, dass ich vorher noch nie in den Niederlanden gewesen war. Wahrscheinlich hatte ich während all der Skiurlaube in meiner Kindheit und Jugend stets so viele Holländer um mich gehabt, dass es sich anfühlte, als wäre ich selbst schon einmal dort gewesen. Wie dem auch sei, Amsterdam war Ende April endlich unser Ziel und für drei Tage unsere Entdeckungsspielwiese. #neverstopexploring

Montag, 1. Mai 2017

Müsli 🐦

Dass Frühstück mir die liebste Mahlzeit des Tages ist und ich auch 3x pro Tag frühstücken könnte, ist kein Geheimnis. Ich habe vergangenes Jahr bereits einmal von dem Breakfast-Granola erzählt, das ich regelmäßig in sehr großen Mengen selbst mache (und in ebenso großen Mengen esse). Doch wenn mir einmal nicht nach diesem zwar einfachen, aber etwas zeitaufwendigen Prozedere ist, mische und röste ich mir gerne mein eigenes Müsli. Manchmal in einzelnen Portionen, einfach in der Pfanne – manchmal aber auch in Vorratsmenge auf einem Blech im Backofen. 👀

Sonntag, 23. April 2017

»Thank U« (1998)

Vor ein paar Tagen, als ich die Wohnung saugte, fiel mir Ironic von Alanis Morissette ein. Erst sang ich nur im Kopf, dann laut. Der Staubsauger gab mir Deckung. Als ich mit dem Flur fertig und im Wohnzimmer angekommen war, holte ich mein iPhone. Ich wollte back-up von Alanis und steckte mir die Kopfhörer in die Ohren. Ich habe nur die unplugged-Version von Ironic. Sie war auf einer CD, die ich 2002 zu Weihnachten bekommen hatte: The Very Best of MTV Unplugged. Hands Clean war meine erster bewusst gehörter Alanis-Song, auch wenn Ironic schon einige Jahre zuvor veröffentlicht worden war. Hands Clean kam 2002 raus. Ich habe es zum ersten Mal während eines Skiurlaubs in Österreich gehört, auf der Piste. Nach einer Abfahrt kam ich an der Sessellift-Station an, dort lief das Radio und als ich mich in die Traube der Wartenden einreihte, sang Alanis Morissette Hands Clean. Und wie das eben so ist bei einem wirklich guten Pop-Song, ging er mir sofort ins Ohr und blieb da. Und wie das Anfang 2000 eben so war, hatte ich keine andere Möglichkeit herauszufinden, welches Lied ich gerade gehört hatte, als einfach zu warten, bis es wieder im Radio lief. Wann immer ich Hands Clean höre, auch heute noch, 15 Jahre später, denke ich an diese Liftstation, den Abschwung, die Februarsonne.

Montag, 17. April 2017

sheep therapy 🐑

An einem Samstag Mitte März verließen wir Berlin in nordwestliche Richtung. Berlin, die Stadt und das Bundesland, enden mit der Ortsgrenze und man fällt aus dem realen Leben ins Nirgendwo. Für ein Auge, das viele Jahre den Blick auf die Alpen gewöhnt war, könnte die flache Weite Brandenburgs karg und leer wirken. Doch sie hat etwas unverstelltes, und gleichzeitig beruhigendes, weil sie alles von sich offen legt und keine Ungewissheit hinter Hügeln versteckt oder Erwartungen schürt, indem sie vor etwas vielleicht noch Kommendes lange Bergketten schiebt. Was es gibt, sieht man offen vor sich und was man nicht sieht, gibt es auch nicht.
Mit Berlin im Rücken und dem Horizont im Blick fuhren wir an dem Tag also Richtung Fehrbellin zu Minnas Schafen.

Sonntag, 2. April 2017

»Magic Risotto«

LORELAI: A reviewer didn’t like the risotto.
JACKSON: The magic risotto? You’re kidding.
SOOKIE: He said my risotto was fine.
LORELAI: Well isn’t it?
SOOKIE: No it’s not fine. Fine is a word you use when someone stops you on the street that you sort of know but you don’t wanna talk to, so they ask you how you are and you say fine and that’s just enough so they don’t have to keep talking because they don’t want to […].

Von Risotto verstehe ich nicht halb so viel wie Sookie St. James, aber neulich stellte sich heraus, dass ich trotzdem ein sehr gutes kochen kann. Sookies ganz spezielles »Magic Risotto« ist es nun nicht, aber ich nenne meines trotzdem so, denn an Sookies Zusammenbruch ob der „the much lauded risotto was perfectly fine“-Review musste ich denken, als ich meditativ in meinem Risottotopf rührte.

Sonntag, 26. März 2017

I don’t take shit from no one

Eigentlich wollte ich diesen Post mit „Der Versuch, kein Arschloch zu sein“ betiteln, habe mich dann aber anders entschieden. Ganz gut beschrieben wäre die Zwickmühle damit aber schon – in die komme ich oft, wenn ich mich bemühe, einerseits freundlich und respektvoll meinen Mitmenschen gegenüber durchs Leben zu gehen und gleichzeitig für meine Meinung, Würde und Sicherheit einzutreten. Im Grunde ist es eine riesengroße innere Diskussion zum Thema menschliches Miteinander, Selbstrespekt und -bewusstsein. Ich mache mir dazu schon ziemlich lange Gedanken. Mit jeder weiteren Erfahrung, die ich mache, finde ich bei dem großen Gedankenpuzzle ein weiteres winziges Teil. Bei einem vollständigen Bild ankommen, werde ich wahrscheinlich nie, denn über ein solches Thema hat man sich nicht einfach irgendwann fertig Gedanken gemacht.

Was mich jetzt aber dazu bringt, das alles einmal sammeln zu wollen, ist ein Erlebnis, das ich vergangene Woche hatte. Es war nur ein kurzer Moment, kein wirkliches Erlebnis. Meist sind es aber genau diese kurzen, kleinen Momente, die mich in Gedanken noch lange begleiten, die ich drehe und wende und mich frage, ob ich mich anders hätte verhalten, etwas anderes hätte sagen sollen usw. Wer viel in seinem eigenen Kopf unterwegs ist, kennt dieses Vor- und Zurück der Selbstreflexion wahrscheinlich.

Samstag, 4. März 2017

Happy Birthday, Berlin. 💫

[…] I HEAR SOUNDS IN MY MIND
BRAND NEW SOUNDS IN MY MIND.

Der Frühling in Berlin hat eine so versöhnliche, weiche Seite, die mich an meine Ankunft in der Stadt vor zwei Jahren erinnert. Es ist gar nicht der Frühling selbst, sondern das Ende des Winters, durch dessen scheinbar undurchdringlich dicke Schicht an Kälte, Dunkelheit und Graustufen sich helle, milde Strahlen kämpfen: Erst zaghaft und in großen Abständen – bald täglich und immer nachdrücklicher. Der Tag beginnt früher, das Licht weicht später, wie ein bester Freund, der noch etwas länger bleiben kann, nicht so schnell weiter muss wie noch vor ein paar Wochen. Diese ersten Tage des Lichts und der Milde Ende Februar erinnern daran, dass Berlin nicht hart, kalt und grau ist. Sie haben mich begrüßt, als wir am Tag meines Umzugs nach sechs Stunden Fahrt in Kreuzberg aus dem Auto stiegen. Das war am 26. Februar vor zwei Jahren. Wie schnell die Zeit vergeht und dass ich nicht glauben kann, schon zwei Jahre hier zu sein, wo ich mich an diesen einen Tag des Ankommens so genau erinnere, muss ich nicht erzählen. Zeit wartet auf niemanden, sie rennt einfach weiter.

Samstag, 25. Februar 2017

Twitter-Drafts: 20 Mal 140 nie gesendete Zeichen

Als Facebook nach Deutschland schwappte, war ich gerade in meinem ersten Semester an der Uni. Ich traf jeden Tag neue Leute. Leute, Leute, Leute. „Bist du auf Facebook?“ war meist die dritte oder vierte Frage, die mir gestellt wurde. Nach „Was ist dein Hauptfach?“ und „Wie hast du deine Wohnung gefunden?“
Ich war nicht auf Facebook, änderte das aber an einem Spätnachmittag im Oktober 2008 im IT-Zentrum der Sprach- und Literaturwissenschaften, weil ich zuhause noch kein Internet hatte. Facebook, was ein Wunderland. Wer bin ich, wer will ich sein, wer sollen die anderen denken, dass ich bin. Leute, Leute, Leute. Es wurden mir bald zu viele Leute. Die Leute, mit denen ich nichts mehr zu tun haben wollte, denen ich durch Umzug und Unibeginn entkommen war, waren einfach deutlich mehr als die anderen, neuen, die ich plötzlich sammelte wie Murmeln, weil sie mir das Gefühl geben sollten, dieses die-Menschen-die-du-im-Studium-triffst-begleiten-dich-ein-Leben-lang-Ding richtig zu machen. Bullshit. Zwei Wochen nach meiner Facebook-Geburt im Keller des Instituts für Deutsche Philologie löschte ich meinen Account.

Sonntag, 5. Februar 2017

31 days of living my best life 🌞☁️🌳

Dass ich Sommer scheußlich finde und nichts lieber mag, als wenn sich der August langsam dem Ende zuneigt und der Frühherbst seine kühlen Morgen als Boten vorausschickt, ist kein Geheimnis. Trotzdem habe ich mit dem Winterwinter so meine Schwierigkeiten. Zumindest ab Mitte/Ende Januar. Dann sind die Kraftreserven, welche ich aus meiner Herbsteuphorie schöpfen konnte, so langsam verbraucht und mir ist mal wieder nach Tagen, die länger sind als ungefähr sechs Stunden.
Dieses Jahr war der Januar, auch nachdem der Weihnachts- und Geburtstagszaubers vorüber war, einer mit Freude, Licht und Glückseligkeit. Weil Yoga.

Sonntag, 29. Januar 2017

going #crueltyfree: Ein kleiner Einkauf … 🐰💋

Vor zwei Jahren habe ich mir vorgenommen, keine Kosmetik mehr zu kaufen, die an Tieren getestet wurde. Zu dem Zeitpunkt war ich seit knapp 10 Jahren ernährungstechnisch vegetarisch/vegan unterwegs – die Entscheidung schien plötzlich überfällig. Was ich an solchen Umstellungen und Veränderungen aber am wichtigsten finde ist, sie als Prozess und stetige Entwicklung zu sehen und gleichzeitig nachsichtig mit sich zu sein. Jede Entscheidung für eine positive Veränderung kommt zum richtigen Zeitpunkt, solange man sie jetzt trifft und nicht vertagt. „Hätte ich mal vorgestern, vor drei Monaten oder x Jahren …“ bringt niemanden weiter. Genauso kontraproduktiv ist es, einen Vorsatz gar nicht erst anzugehen, weil man fürchtet, ihn nicht in Perfektion verwirklichen zu können. Nur weil man ein Ideal vielleicht nicht erreichen kann, macht es nicht alle kleinen Schritte dorthin wertlos.

Sonntag, 22. Januar 2017

Salted Caramel … Scones (?!) #vegan

Diese Gebäckkreation ist meiner Erkältung geschuldet, während derer ich keinen Appetit auf Süßes hatte, dafür aber alles hätte einatmen können, was nur entfernt salzig schmeckte. Die noch übrigen weihnachtlichen Lebkuchenkekse mussten hart werden, denn am ersten Tag, an dem ich aufstehen und mich länger als 30 Minuten auf den Beinen halten konnte, habe ich gebacken und zwar salzig. Es hätten Cookies werden sollen, mir ist aber wohler dabei, die Monstrositäten, die ich letztendlich aus dem Backofen zog, „Scones“ zu nennen. Mit „Brötchen“ will ich erst gar nicht anfangen. So there.

Samstag, 14. Januar 2017

… of what's to come

Das neue Jahr habe ich in Bestform begrüßt, nur um an Tag 3 tief ins Tal der Nasennebenhöhlenentzündung abzustürzen, wo ich noch immer auf allen Vieren unterwegs bin. Ich dramatisiere das, weil ich eine ungeduldige Patientin bin [Edit: Ich habe gerade eine Maschine Wäsche aufgehängt und musste danach 1h schlafen. Vielleicht geht es mir tatsächlich nicht so gut.] und mir das Ausruhen schwer fällt. Womit ich bei einem meiner Ziele für 2017 bin: Öfter mal nichts tun. Sollte nicht so schwer sein. Für mich schon. Ich kann Arbeit nicht rumliegen sehen und sie entspannt ignorieren, während ich es mir mit einem Buch gemütlich mache. „Wenn diese drei Dinge erledigt sind, dann ruhe ich mich aus.“ Überraschenderweise wachsen zu erledigenden Dinge aber nach wie Schnittlauch. Sobald ich mit besagten drei Aufgaben durch bin, sehe ich fünf neue und so steigt der Hamster in sein Rad… Deshalb bekomme ich dann einen schönen Schnupfen, glaube ich. Damit ich endlich mal Ruhe gebe. Die Erkältungszeit hat vielleicht auch etwas damit zu tun, aber ich glaube fest daran, dass der Körper durch so etwas zu einem spricht. Doch zurück zu der Jahresanfangseuphorie.