Sonntag, 29. Januar 2017

going #crueltyfree: Ein kleiner Einkauf … ­čÉ░­čĺő

Vor zwei Jahren habe ich mir vorgenommen, keine Kosmetik mehr zu kaufen, die an Tieren getestet wurde. Zu dem Zeitpunkt war ich seit knapp 10 Jahren ern├Ąhrungstechnisch vegetarisch/vegan unterwegs – die Entscheidung schien pl├Âtzlich ├╝berf├Ąllig. Was ich an solchen Umstellungen und Ver├Ąnderungen aber am wichtigsten finde ist, sie als Prozess und stetige Entwicklung zu sehen und gleichzeitig nachsichtig mit sich zu sein. Jede Entscheidung f├╝r eine positive Ver├Ąnderung kommt zum richtigen Zeitpunkt, solange man sie jetzt trifft und nicht vertagt. „H├Ątte ich mal vorgestern, vor drei Monaten oder x Jahren …“ bringt niemanden weiter. Genauso kontraproduktiv ist es, einen Vorsatz gar nicht erst anzugehen, weil man f├╝rchtet, ihn nicht in Perfektion verwirklichen zu k├Ânnen. Nur weil man ein Ideal vielleicht nicht erreichen kann, macht es nicht alle kleinen Schritte dorthin wertlos.

Ich war also bereit f├╝r #crueltyfree und pl├Âtzlich waren ├╝berall Blogs zu dem Thema und der Drogeriemarkt voll mit tierversuchsfreien Produkten – selektive Wahrnehmung and so forth.
Mein Plan war, meine nicht tierversuchsfreie Kosmetik aufzubrauchen und nicht zu ersetzen. Die Produkte wegzuwerfen fand ich unsinnig: Man hat den Herstellern sein Geld schon gegeben – man nimmt es ihnen nicht wieder weg, indem man die Dinge entsorgt. Also verbrauchen und dann Alternativen suchen. Obwohl ich nur noch sehr wenig Kosmetikkram habe, schaffe ich es dennoch nicht, merkbar viel davon zu verbrauchen. So ein Rouge kann man schon mal Jahre benutzen, bevor es weniger wird. Man sollte die Sachen aus hygienischen Gr├╝nden irgendwann ja ohnehin entsorgen, aber das lassen wir mal au├čen vor. Dass jemand ein 40€-CHANEL-Rouge, von dem noch 97% ├╝brig sind, nach x Jahren einfach wegwirft, weil es „abgelaufen“ ist, kann mir niemand erz├Ąhlen.
In den letzten Monaten musste ich jedenfalls feststellen, dass ich meine Produkte in diesem Leben nicht mehr verbraucht bekomme. Wenn ich also ausschlie├člich tierversuchsfreie Kosmetik benutzen m├Âchte, muss ich sie anschaffen und die anderen Dinge verschenken oder verkaufen. Auf diese Weise kann ich zumindest einen Teil des urspr├╝nglichen Kaufbetrags in die neuen Produkte investieren und wer die Dinge von mir anstatt neu kauft, gibt sein Geld nicht dem Hersteller, der Tierversuche unterst├╝tzt. Win-win. So m├Âchte ich glauben.

Bis auf wenige St├╝cke, die ich weiterhin behalten m├Âchte, wanderte also alles auf eBay und fand neue Besitzer*innen. Zu Weihnachten und zum Geburtstag w├╝nschte ich mir dann ein paar neue Dinge und schenkte mir Anfang Januar auch selbst etwas. ­čĺŁ

 tarte eyeshadow tartelette in bloom

Mit Lidschatten habe ich mich seit gut zwei Jahren kaum mehr aufgehalten. Fr├╝her … „fr├╝her“ hatte ich neben 16 MAC-Lidschatten auch die ersten drei Naked-Paletten von Urban Decay. Als ich vor lauter B├Ąumen den Wald nicht mehr sah, habe ich auf zwei MAC-Quads reduziert. Diese sind mittlerweile anderswo zuhause und ich habe stattdessen zu Weihnachten diese tarte-Palette bekommen.✨ Ich mag die Farbt├Âne darin sehr gerne – vor allem, weil es so viele matte gibt und auch die anderen nicht ├╝berm├Ą├čig viel Glitzer/Schmimmer haben. So gut Lidschatten von Urban Decay qualitativ auch sind, die waren mir immer zu IN YOUR FACE vollgepackt mit Glitzer. Die Palette ist leicht und kompakt, hat einen gro├čen Spiegel und l├Ąsst sich auch gut auf Reisen mitnehmen. [Randnotiz: Die Marke tarte testet nicht an Tieren, die Muttergesellschaft aber schon.]

 tarte blush exposed

Ein weiteres Weihnachtsgeschenk. Seit tarte aufgetaucht und auf s├Ąmtlichen Blogs vertreten war, wollte ich gerne dieses Rouge haben. Meist benutze ich jeden Tag ein und dasselbe, viel Variation oder Auswahl brauche ich nicht, nur ein neutrales, das immer passt und exposed ist genau so.

 hourglass ambient lighting powder luminous light

Oh, what a treat! Die Marke hourglass kannte ich haupts├Ąchlich von YouTube als ich sie bei einem weihnachtlichen Shoppingausflug in die F├╝nf H├Âfe in M├╝nchen (ca. 2013) bei Ludwig Beck entdeckte. Mir w├Ąren fast die Augen aus dem Kopf gefallen. Auch wegen des Preises. Ich habe also nur geguckt, ein Tr├Ąnchen verdr├╝ckt und bin wieder abgezogen. Die Zeiten des Studenten-Budgets sind aber jetzt pass├ę und daher war auch eines der ambient lighting Puder in meiner Sephora-Box. Ich benutze es seit ein paar Tagen und muss mir erst noch eine Meinung bilden – wer aber chunky-Glitzer-Highlighter auch zum Davonrennen findet, k├Ânnte dieses Puder dagegen sehr gerne m├Âgen. [Auch wenn es wahrscheinlich ad├Ąquate, preiswertere Alternativen gibt.✌️]

 too faced shadow insurance

Jahrelang habe ich als Lidschatten-Primer MAC Paint Pots benutzt, weil ich die auch einfach gerne so getragen habe. Wirklich gut gehalten hat pudriger Lidschatten darauf aber doch nicht. Nachdem meine beiden also verkauft und verschickt waren, habe ich mich als Alternative f├╝r die too faced shadow insurance entschieden. Warum ich das nicht schon vor Jahren gemacht hab, wei├č ich nicht, denn der Lidschatten h├Ąlt auf dieser Base wie drauf betoniert. Auch wenn das nicht besonders ansprechend klingt. ­čśČ

 too faced chocolate bronzer milk chocolate

Ein bisschen trashy finde ich die Verpackungen von too faced ja schon, weshalb ich glaube ich zuvor nie etwas von der Marke gekauft habe. Andererseits gef├Ąllt sie mir aber doch irgendwie, weil sie verspielt ist und sich nicht so ernst nimmt. Make-up ist f├╝r mich letztendlich auch nur ein Spielzeug, kein wirkliches Mittel zum Zweck. H├Ątte ich keinen Spa├č daran, w├╝rde ich darauf verzichten. [Anders als ├╝brigens beim Z├Ąhneputzen.­čśČ] Wenn High-End-Marken wie Chanel das mit dem Packaging schon ganz gut drauf haben, ist es mir manchmal auch einfach zu verspie├čt und so finde ich dann einen nach Schokolade riechenden Bronzer in trashiger Goldverpackung ganz geil.✨ Auch von dem hatte ich jedenfalls schon so viel auf Blogs etc. gelesen, dass ich ihn schlie├člich bei Sephora in Kopenhagen kaufte. Er ist f├╝r mich zum Konturieren hell genug, wof├╝r ich ihn auch benutzen werde. Denn „wie von der Sonne gek├╝sst“ wird mein blasses Antlitz auch durch heavy bronzing nie aussehen. ­čśů

 kat von d studded lipstick cathedral

Wir n├Ąhern uns dem Boden der Sephora-Kiste und kommen beim Lippenstift von kat von d an. Auch hier war ich anfangs wegen des leicht trashigen Verpackungsdesigns skeptisch, das Produkt selbst ist aber so gut, dass ich auch die schwarze Nietenoptik der Verpackung m├Âgen kann. Neben cathedral habe ich noch lolita und den schon seit ein paar Monaten: Farbabgabe, Haltbarkeit, Geruch: 10/10 very recommend.

Und so komme ich zum Ende meines kleinen Ausflugs in die Sephora-Kiste. Seit fast drei Jahren habe ich nicht mehr so ausgiebig Make-up eingekauft und es hat richtig Spa├č gemacht. Vor allen Dingen, weil ich im selben Zug Produkte loswerden konnte, die ich so heute nicht mehr kaufen w├╝rde und entsprechend auch nicht mehr gerne benutzt habe. Wer sich f├╝r tierversuchsfreie Kosmetik interessiert, findet auf Logical Harmony eine ausf├╝hrliche Liste von Herstellern und Marken, die w├Âchentlich aktualisiert wird. Hier findet ihr auch entsprechende Vermerke, wenn Marken beispielsweise nicht tierversuchsfreie Muttergesellschaften haben.

Alles in allem – und damit komme ich zur├╝ck zum Anfang –, darf eine solche Umstellung ein Prozess sein, der eben Zeit braucht. Ich wollte gerne einen klaren Schnitt machen, weil ich seit meiner Entscheidung vor zwei Jahren nicht wirklich weiter gekommen war. Aber genau wie mit dem (vegetarisch/veganen) Essen, sollte auch so etwas wie Make-up Spa├č machen, finde ich – und im Umgang damit dogmatisch zu werden, t├Âtet den Spa├č ganz sicher.
Bei allen Ver├Ąnderungen zum Positiven gilt: Auch kleine Schritte helfen – besser kleine als keine. ✌️­čĺť

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