Samstag, 14. Januar 2017

… of what's to come

Das neue Jahr habe ich in Bestform begrüßt, nur um an Tag 3 tief ins Tal der Nasennebenhöhlenentzündung abzustürzen, wo ich noch immer auf allen Vieren unterwegs bin. Ich dramatisiere das, weil ich eine ungeduldige Patientin bin [Edit: Ich habe gerade eine Maschine Wäsche aufgehängt und musste danach 1h schlafen. Vielleicht geht es mir tatsächlich nicht so gut.] und mir das Ausruhen schwer fällt. Womit ich bei einem meiner Ziele für 2017 bin: Öfter mal nichts tun. Sollte nicht so schwer sein. Für mich schon. Ich kann Arbeit nicht rumliegen sehen und sie entspannt ignorieren, während ich es mir mit einem Buch gemütlich mache. „Wenn diese drei Dinge erledigt sind, dann ruhe ich mich aus.“ Überraschenderweise wachsen zu erledigenden Dinge aber nach wie Schnittlauch. Sobald ich mit besagten drei Aufgaben durch bin, sehe ich fünf neue und so steigt der Hamster in sein Rad… Deshalb bekomme ich dann einen schönen Schnupfen, glaube ich. Damit ich endlich mal Ruhe gebe. Die Erkältungszeit hat vielleicht auch etwas damit zu tun, aber ich glaube fest daran, dass der Körper durch so etwas zu einem spricht. Doch zurück zu der Jahresanfangseuphorie.


Wenn ich von meinen „Zielen für das neue Jahr“ spreche, dann denke ich weniger an Vorsätze und mehr an den Versuch, den dunklen Januar, der sich in Berlin in den letzten vierzehn Tagen für kurze Momente von seiner sonnigsten und eisigsten und sonst von der dunkelgrau matschigen Seite zeigte, in einen Monat des Tatendrangs umzukehren, der für den Rhythmus des vor mir liegenden Jahres bestimmend sein soll.

Wir haben den Jahreswechsel in Kopenhagen verbracht. Die Stadt hat mich schon bei meinem ersten Besuch vor drei Jahren inspiriert. Das Jahr in einer anderen Umgebung als der alltäglichen zu beschließen, zeigt mir immer auf, dass ich von allem, was möglich ist, erst an der Oberfläche unterwegs bin – von dem großen, dicken Buch, das mein Leben ist oder sein kann, erst den Prolog lese. Dieses Gefühl macht mir immer so große Lust darauf, Unbekanntes auszuprobieren, gibt mir neue Ideen, was ich erreichen und wohin ich kommen möchte, ohne dabei zu vergessen, den Moment bewusst zu erleben.

Was ich mir für die nächsten 12 Monate vorgenommen habe, schließt auch einige Ideen für meinen Blog ein: Ich will dem ganzen Projekt eine klarere Richtung geben, aber vor allem die Chance, sich zu etwas Größerem zu entwickeln. Ohne das genauer benennen und dadurch den Druck auf mich selbst erhöhen zu wollen. Ich will einfach sehen, was passiert, wenn ich dem Raum biete und mal locker lasse.
In den vergangenen Wochen und Monaten habe ich immer wieder viele positive Rückmeldung zu einigen Posts bekommen, von der mich jede einzelne sehr, sehr gefreut hat. Es zeigte sich, dass die Inhalte, welche mir persönlich am meisten am Herzen liegen, mich besonders begeistern oder den größten Mut zur Ehrlichkeit erforderten auch die sind, welche bei den Mitlesenden, bei euch, etwas ansprechen und auslösen. Das freut mich vor allem deshalb so, weil der Wunsch, diese Themen und Inhalte zu teilen, vor über drei Jahren der Grund dafür war, überhaupt erst mit diesem Projekt zu beginnen.
Mehr davon soll es geben im kommenden Jahr, daneben aber auch, was mir Freude macht: Kochen, Backen, Essen, Bücher, Reisen und was ich elegant mit „Kram“ beschreibe. Das sind Dinge wie Kosmetik, meine Lieblingsschuhe oder ein neuer Pulli. Die klarere Richtung, von der ich eben sprach, ist da vielleicht weniger erkennbar, aber ich will gerne inhaltlich vielseitig bleiben und mich nicht einschränken, ganz im Gegenteil. Was ich mit der klaren Richtung aber meine, ist vielmehr eine Nachdrücklichkeit und Ernsthaftigkeit: Ich schreibe, fotografiere, gestalte, entwickle Ideen und Konzepte, aus denen am Ende ein Blogpost wird und tue all das, ja, einfach „zum Spaß“. Doch dieser Spaßfaktor kann Projekten leicht die Erlaubnis entziehen, eine größere Rolle zu übernehmen – es macht ja schließlich schon Spaß, das ist doch genug, was soll es sonst noch leisten. Wenn ich meinen Blog dann manchmal so betrachte, auf vergangene Posts zurückblicke und mir vielleicht für einen Moment die Ideen für zukünftige fehlen und ich mich diesbezüglich ohnehin ausgeleert fühle und mir denke, dass es ja nur so ein Blog und der auch irgendwie egal ist, dann fällt mir auf, wie sehr er mir in seiner Scheu und Zurückhaltung ähnelt, lieber im hinteren Drittel eines Raumes steht, etwas abseits … und dass ich ihn deshalb so mag, weil er eben wie ich ist, wie viele kleine Teile von mir. Dann will ich sagen: Ich sehe dich und was du kannst. Und das ist das wichtigste. Dann will ich genau so weitermachen. Und ein Ausrufezeichen dahinter setzen.

Mir fällt es gerade schwer, meine Gedanken zu einem Abschluss zu bringen, weil ich den roten Faden selbst nicht genau erkennen kann, doch vielleicht sind die Worte Einblick und Ausblick treffend. Ich will einfach sagen: Hallo, ich bin da, es gibt mich und es geht weiter – vielleicht wird es anders hier und da, unter dem Strich aber, bin ich eben ich. Mit Ausrufezeichen.

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