Sonntag, 26. März 2017

I don’t take shit from no one

Eigentlich wollte ich diesen Post mit „Der Versuch, kein Arschloch zu sein“ betiteln, habe mich dann aber anders entschieden. Ganz gut beschrieben wäre die Zwickmühle damit aber schon – in die komme ich oft, wenn ich mich bemühe, einerseits freundlich und respektvoll meinen Mitmenschen gegenüber durchs Leben zu gehen und gleichzeitig für meine Meinung, Würde und Sicherheit einzutreten. Im Grunde ist es eine riesengroße innere Diskussion zum Thema menschliches Miteinander, Selbstrespekt und -bewusstsein. Ich mache mir dazu schon ziemlich lange Gedanken. Mit jeder weiteren Erfahrung, die ich mache, finde ich bei dem großen Gedankenpuzzle ein weiteres winziges Teil. Bei einem vollständigen Bild ankommen, werde ich wahrscheinlich nie, denn über ein solches Thema hat man sich nicht einfach irgendwann fertig Gedanken gemacht.

Was mich jetzt aber dazu bringt, das alles einmal sammeln zu wollen, ist ein Erlebnis, das ich vergangene Woche hatte. Es war nur ein kurzer Moment, kein wirkliches Erlebnis. Meist sind es aber genau diese kurzen, kleinen Momente, die mich in Gedanken noch lange begleiten, die ich drehe und wende und mich frage, ob ich mich anders hätte verhalten, etwas anderes hätte sagen sollen usw. Wer viel in seinem eigenen Kopf unterwegs ist, kennt dieses Vor- und Zurück der Selbstreflexion wahrscheinlich.

Samstag, 4. März 2017

Happy Birthday, Berlin. 💫

[…] I HEAR SOUNDS IN MY MIND
BRAND NEW SOUNDS IN MY MIND.

Der Frühling in Berlin hat eine so versöhnliche, weiche Seite, die mich an meine Ankunft in der Stadt vor zwei Jahren erinnert. Es ist gar nicht der Frühling selbst, sondern das Ende des Winters, durch dessen scheinbar undurchdringlich dicke Schicht an Kälte, Dunkelheit und Graustufen sich helle, milde Strahlen kämpfen: Erst zaghaft und in großen Abständen – bald täglich und immer nachdrücklicher. Der Tag beginnt früher, das Licht weicht später, wie ein bester Freund, der noch etwas länger bleiben kann, nicht so schnell weiter muss wie noch vor ein paar Wochen. Diese ersten Tage des Lichts und der Milde Ende Februar erinnern daran, dass Berlin nicht hart, kalt und grau ist. Sie haben mich begrüßt, als wir am Tag meines Umzugs nach sechs Stunden Fahrt in Kreuzberg aus dem Auto stiegen. Das war am 26. Februar vor zwei Jahren. Wie schnell die Zeit vergeht und dass ich nicht glauben kann, schon zwei Jahre hier zu sein, wo ich mich an diesen einen Tag des Ankommens so genau erinnere, muss ich nicht erzählen. Zeit wartet auf niemanden, sie rennt einfach weiter.