Sonntag, 23. April 2017

»Thank U« (1998)

Vor ein paar Tagen, als ich die Wohnung saugte, fiel mir Ironic von Alanis Morissette ein. Erst sang ich nur im Kopf, dann laut. Der Staubsauger gab mir Deckung. Als ich mit dem Flur fertig und im Wohnzimmer angekommen war, holte ich mein iPhone. Ich wollte back-up von Alanis und steckte mir die Kopfhörer in die Ohren. Ich habe nur die unplugged-Version von Ironic. Sie war auf einer CD, die ich 2002 zu Weihnachten bekommen hatte: The Very Best of MTV Unplugged. Hands Clean war meine erster bewusst gehörter Alanis-Song, auch wenn Ironic schon einige Jahre zuvor veröffentlicht worden war. Hands Clean kam 2002 raus. Ich habe es zum ersten Mal während eines Skiurlaubs in Österreich gehört, auf der Piste. Nach einer Abfahrt kam ich an der Sessellift-Station an, dort lief das Radio und als ich mich in die Traube der Wartenden einreihte, sang Alanis Morissette Hands Clean. Und wie das eben so ist bei einem wirklich guten Pop-Song, ging er mir sofort ins Ohr und blieb da. Und wie das Anfang 2000 eben so war, hatte ich keine andere Möglichkeit herauszufinden, welches Lied ich gerade gehört hatte, als einfach zu warten, bis es wieder im Radio lief. Wann immer ich Hands Clean höre, auch heute noch, 15 Jahre später, denke ich an diese Liftstation, den Abschwung, die Februarsonne.

Montag, 17. April 2017

sheep therapy 🐑

An einem Samstag Mitte März verließen wir Berlin in nordwestliche Richtung. Berlin, die Stadt und das Bundesland, enden mit der Ortsgrenze und man fällt aus dem realen Leben ins Nirgendwo. Für ein Auge, das viele Jahre den Blick auf die Alpen gewöhnt war, könnte die flache Weite Brandenburgs karg und leer wirken. Doch sie hat etwas unverstelltes, und gleichzeitig beruhigendes, weil sie alles von sich offen legt und keine Ungewissheit hinter Hügeln versteckt oder Erwartungen schürt, indem sie vor etwas vielleicht noch Kommendes lange Bergketten schiebt. Was es gibt, sieht man offen vor sich und was man nicht sieht, gibt es auch nicht.
Mit Berlin im Rücken und dem Horizont im Blick fuhren wir an dem Tag also Richtung Fehrbellin zu Minnas Schafen.

Sonntag, 2. April 2017

»Magic Risotto«

LORELAI: A reviewer didn’t like the risotto.
JACKSON: The magic risotto? You’re kidding.
SOOKIE: He said my risotto was fine.
LORELAI: Well isn’t it?
SOOKIE: No it’s not fine. Fine is a word you use when someone stops you on the street that you sort of know but you don’t wanna talk to, so they ask you how you are and you say fine and that’s just enough so they don’t have to keep talking because they don’t want to […].

Von Risotto verstehe ich nicht halb so viel wie Sookie St. James, aber neulich stellte sich heraus, dass ich trotzdem ein sehr gutes kochen kann. Sookies ganz spezielles »Magic Risotto« ist es nun nicht, aber ich nenne meines trotzdem so, denn an Sookies Zusammenbruch ob der „the much lauded risotto was perfectly fine“-Review musste ich denken, als ich meditativ in meinem Risottotopf rührte.