Sonntag, 30. Juli 2017

Sunday Diary 🌿🐭☕️

Samstage sind mir die lieberen Sonntage. Einfach weil danach nochmal Sonntag ist. Äh, wie? Naja, dieses flaue Sonntagspätnachmittaggefühl, das einem den Klang des Weckers, die Pilgerreise ins Büro und diese Montagsstimmung ins Bewusstsein ruft, das schmälert oft mein erfüllendes Sonntagserlebnis. So richtig fallen lassen kann ich mich da irgendwie nicht. Aber dass ich damit generell hadere, habe ich ja nun schon thematisiert. Dennoch versuche ich und versuchen wir die Sonntage so zu gestalten, dass sie besagtem Blues wenig bis keinen Raum geben. Mir ist dabei eine Mischung aus draußen und daheim sein wichtig. Dass mir ersteres sehr viel gibt – und oftmals zu kurz kommt, weil ich eben ein absoluter Homie/Eremit bin – zeigt sich oft darin, wie wohltuend und aufladend kurze Mini-Escapes sind, bei denen man einfach auf Entdeckung gehen kann und an nichts anderes denken muss. [Mehr zu dem Thema in einem der kommenden Posts. ✈️🏔🇨🇭.]

Wir haben keine „Sonntagsrituale“ – das ein oder andere wiederholt sich aber doch jeden Sonntag. Einen der letzten habe ich in Momentaufnahmen festgehalten: Ein Sonntagstagebuch. ☕️

Ein paar Rituale habe ich doch am Wochenende: Morgens, meistens früh, muss ich erstmal raus an die frische Luft. Durch eine verletzungsbedingte Laufpause, während derer ich alternativ spazieren ging, habe ich Morgenspaziergänge für mich entdeckt. Keine verträumten, mäandernden, sondern zügige, bei denen man ins Schwitzen und der Kreislauf in Schwung kommt. Dabei höre ich am liebsten eine Podcastfolge und versuche, auf meine Umgebung zu achten. Beim Laufen/Joggen bin ich oft sehr „im Tunnel“, bekomme wenig um mich mit und spule einfach nur mein Programm ab. Meine Spaziergänge gefallen mir da direkt besser. Morgens also erstmal raus, egal bei welchem Wetter. 🌞🌧

Danach geht es an den Schreibtisch. Mit einer Kanne Tee. (Auch eine Dusche schiebe ich vorher ein, aber so ins Detail muss ich vielleicht nicht gehen.) Die Schreibtischzeit mag ich sonntags am liebsten. Vormittags kann ich mich am besten konzentrieren und ohne abzuschweifen an Blogposts und anderen Dingen arbeiten. Wobei „arbeiten“ hier der falsche Begriff ist, denn die Schreibtischzeit fühlt sich mehr an wie ein Streifzug durch ein selbst angelegtes Gemüsebeet mit Kräutergarten und Wildblumen. 🌝🌿

Next Stop: Frühstück. Die Idee, am Wochenende zum Frühstücken in ein Café zu gehen, gefällt mir in der Theorie eigentlich ganz gut – wenn wir samstags aber einkaufen waren und der Kühlschrank voll ist mit frischem Obst, dann kann ich mir zuhause einfach das beste Frühstück machen und will gar nicht raus. 🍉

Raus geht es aber trotzdem jedes Wochenende. An diesem Sonntag war uns nach Radeln und dem Tempelhofer Feld. Dort bin ich am liebsten unterwegs, wenn es nicht sengend heiß ist. Als ich vor zwei Jahren nach Berlin zog, war ich öfter mit dem Rennrad da. Das Gelände hat etwas Unverstelltes und ist gleichzeitig historisch so beladen, dass es manchmal direkt beklemmend ist. Paradoxerweise auch wegen der Weite und großen Freifläche, die man aus dem Alltag in der Großstadt nicht gewohnt ist. Statt es befreiend zu finden, den Blick einmal in die Ferne schweifen lassen zu können, fühle ich mich dort manchmal im ersten Moment etwas verloren. Auch ist es nicht der ästhetischste, naturromantischste Ort. Anders als zum Beispiel der Tiergarten. Dennoch: Ab und zu zieht es mich aufs Tempelhofer Feld – ein bisschen verkörpert es auch die Absurdität dieser Stadt. Und das mag ich. 🐻



Dieses Sonntagstagebuch ist nun irgendwie zu einem »what I eat in a day«-Dings geworden, was ich nicht beabsichtigt habe. Aber das Essen gehört eben auch zum Tag und macht noch dazu Freude. Am liebsten auf der Couch oder im Bett eingenommen und mit Serie/Film/Buch: Avocado/Spinat/Meerrettich und Marmeladen-Brötchen, selbstgebackener Keks und weil Sonntag und >24°C: Eiskaffee.🍦


Der Sonntagspätnachmittag birgt dann die Gefahr des melancholisch Werdens … der vergangene Freitag ist nur 48h her – da lag das Wochenende noch vor einem, voller Verheißungen. Und der nächste Freitag ist fern. Naja, ganz so dramatisch ist es jetzt nicht, aber ya know what I'm sayin. 🤷🏻‍♀️
Um dieses Gefühl jedenfalls nicht übermächtig werden zu lassen, geht es nochmal an den Schreibtisch. Am liebsten mit Journal/Tagebuch – die Gedanken sortieren, über die kommende Woche nachdenken, worauf ich mich konzentrieren möchte und was mir wichtig ist. ✨


Viel mehr passiert an einem Sonntag dann auch nicht mehr. Und diese Langsamkeit erdet und bereitet gut auf die neue Woche vor. Bevor wir das Abendessen machen, rolle ich noch die Yogamatte aus. In letzter Zeit erkunde ich neben dem „herkömmlichen“ Yoga ein paar andere Bewegungsformen. Manchmal verlangt mein Körper nach Bewegung, die weniger kontrolliert ist als ein Yoga-Flow. Auch wenn darin Freiheiten liegen, finde ich oft nicht das, wonach mir/meinem Körper eigentlich ist – ich komme nicht „in alle Ecken“ meines Körpers. Und gerade da liegt viel begraben. Aber auch das ist vielleicht mal Stoff für einen anderen Post.

Unseren Abend gestaltet oft die BBC mit Dokus über den Lake District, Wale in Alaska oder Otter in den Highlands. Guilty as charged und ohne jede Reue. 👵🏻👴🏻 An diesem Sonntag war es ein Bericht über das National History Museum in London und das dort neu ausgestellte Blauwalskelett. #whalenerd Oh, und: Ohne Essen wärs natürlich kein runder Abend.




Meistens bin ich noch vor 21:30 im Bett und tauche in ein Buch. Und das war dann Sonntag. 🌝🌿
Habt ihr richtige Sonntagsrituale oder lasst ihr euch auch eher treiben?
Ich wünsch euch einen schönen.✨

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