Mittwoch, 13. Dezember 2017

DIY-December: Julenisse ⭐️🎅🏻🇩🇰

Wie ich auf die Idee mit dem Wichtel kam, kriege ich nicht mehr zusammen. Wir waren glaube ich bei der Planung unseres selbstgebundenen Adventskranzes und ich überlegte, dass wir auch Zweige in der Wohnung haben könnten, bevor wir den Christbaum holen und dass man Baumschmuck selbstmachen könnte und … plötzlich googelte ich alle möglichen Wichtelvariationen und Bilder von dänischen Weihnachtszwergen, bis ich schließlich auf den Julenisse stieß. Im ersten Moment wirkte das Projekt ziemlich anspruchsvoll, weil mit Nadel und Faden gearbeitet wird: Schock, Horror! Genäht habe ich Jahre nicht und Kleben wirkt immer irgendwie … unproblematischer, aber ich habe meine Näh-Baiscs aus der Grundschule unterschätzt, auf die ich total easy wieder zurückgreifen konnte und nach nur einem Weihnachtswichtel war ich wieder richtig im Flow und jetzt bin ich eine Wichtelnähmaschine!

#1 Wichtelkörper
Zuerst aus dem grünen Filz ein kegelförmiges Stück für den Körper des Wichtels ausschneiden. Entlang der unteren, abgerundeten Seite (je nach Platz) fünf bis sechs kleine Schneeflöckchen einsticken. Dabei einfach zwei Kreuze übereinandersticken. Größenmäßig passend zum Wichtelkörper eine kreisrunde Basis aus dem Filz ausschneiden und mit Languettenstich an der unteren Seite des Kegels festnähen. Der Stich ist wirklich sehr einfach. Nach einem kurzen YT-Tutorial hatte ich ihn wieder drauf, denn, wie schon gesagt, ursprünglich geläufig war er mir aus der Grundschule. (So einfach ist der!)


Wenn der Boden am übrigen Körper ist, hat sich dessen Form auch schon ganz gut von selbst ergeben und man kann ihn einfach zunähen. Bei der Hälfte pausieren und den Wichtelkörper mit etwas Watte füllen, obendrauf ein wenig Milchreis geben, so bekommt der Wichtel am Ende ein gutes Gewicht und hängt schöner (am Baum oder an Geschenken). Hier kann man selbstverständlich auch anderen Reis oder kleine Plastikkügelchen verwenden. Letztere sind für derlei Gebrauch eigentlich gedacht, aber Milchreis kostet fast nichts und irgendwelches Füllmaterial aus dem Bastelladen hingegen sehr viel mehr. Auf den Milchreis weitere Watte geben, bis der Körper gut gefüllt ist und ihn dann komplett zunähen.



#2 Bart
Das Kunstfell für den Bart habe ich bei Rossmann entdeckt, als ich eigentlich schon beschlossen hatte, einfach Watte zu nehmen. Die behält aber ihre Form nicht so richtig und franst nach einer Weile aus, daher war ich ganz happy mit dem weißen Bastelfell. Wenn ich auch gruselig finde, wie „authentisch“ es aussieht. Den Bart kann man nach Belieben flächig oder kleiner gestalten. Dabei am besten an den Körper halten und ein passendes Stück zu einem Spitzbart zuschneiden. Ich habe den Bart bei der Hälfte bzw. im oberen Drittel des Körpers angenäht, so verschwinden die Schneeflöckchen nicht komplett darunter und für den Hut ist auch noch Platz. Um den Bart zusätzlich zu fixieren, habe ich beide Enden mit ein paar Stichen angenäht und mittig mit etwas Heißkleber gemogelt.


#3 Mütze und Nase
Damit am Ende die Knubbelnase des Wichtels nur gerade so zwischen Bart und Mütze vorblitzt, zuerst die Holzperle bündig mit dem Bart am Wichtelkörper festnähen. Die passende Größe der Mütze lässt sich dann wiederum am einfachsten feststellen, indem man den roten Filz um die obere Hälfte des Wichtelkörpers wickelt und so „abmisst“, wieviel Filz nötig ist, um später direkt mit dem Bart abzuschließen. Wenn die Mütze etwas länger gerät, kann man sie dem Wichtel sogar ein Stück über die Nase ziehen, was sehr schön aussieht. Auch hier wieder einen Kegel zuschneiden und diesen an den Rändern entlang mit Languettenstich zunähen. Wenn der Wichtel Baumschmuck oder ein Geschenkanhänger werden soll, braucht er eine Kordel oder ein Stück schmales Seidenband an seiner Mütze. Ich habe eine Kordel genommen und die einfach in die Spitze der Mütze eingenäht.
Bei der Befestigung der Mütze wiederum könnt ihr nun ganz offiziell schummeln und sie mit Heiß- oder Stoffkleber anbringen. Und schon seid ihr fertig!


Nach Wichtel Nr. 3 habe ich festgestellt, dass man sich mit etwas größeren Formen und Proportionen beim Nähen und weiteren Verarbeiten leichter tut, auch wenn man natürlich ganz frei ist, wie klein oder groß der Julenisse werden soll. Meine sehen alle ganz unterschiedlich aus und ich überlege, eine weitere Runde mit anderen Filzfarben zu machen. Wie gesagt, ich bin eine Wichtelnähmaschine.

Solltet ihr Wichtel (oder anderes weihnachtliches) nähen, BITTE ZEIGT HER!
Und viel Spaß beim Basteln!
✂️ ⭐️

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