Samstag, 31. März 2018

Apfel-Zimt-Knoten aus „halb zehn – das Frühstückskochbuch“ 🍎

Normalerweise würde ich am ersten Aprilwochenende kein Apfel-Zimt-Gebäck, sondern eher Zitronenkuchen oder irgendwas mit Himbeeren und Biskuit präsentieren. Aber nachdem wir uns dem Frühlingsanfang zum Trotz noch immer mit Winter Wonderland begnügen müssen, kann ich mich auch am weihnachtlichen Vibe meiner Zimtschnecken nicht stören.
Als ich vom Verlag der Stiftung Warentest* das neu erschienene Frühstückskochbuch halb zehn zugeschickt bekommen habe, blieb ich beim ersten Durchblättern schon an den schönen Schnecken hängen und daher habe ich das Rezept direkt ausprobiert.

Bevor ich auf den Inhalt des Buchs eingehe, muss ich über die Optik und Haptik sprechen. Dafür liebe ich Bücher einfach und auch bei diesem schönen Exemplar hat sich offensichtlich jemand Gedanken zu diesen Themen gemacht: Die Inszenierung der einzelnen Gerichte ist wunderbar unperfekt, was sehr großen Appetit macht und einen direkt zur Tat schreiten wollen lässt. Ich mag auch sehr, wie schlicht und nüchtern Typographie und Design der Rezepte gehalten sind und wie das Papier aussieht. Es ist nicht blendend weiß, sondern etwas matt, natürlich strukturiert und offenbar recycelt. Wenn ihr Buchseiten beim Blättern gerne streichelt, wie ich, dann habt ihr hier viel zu tun. #booknerd 💕

In dem Kochbuch finden sich nicht ausschließlich vegetarisch/vegane Rezepte – sehr viele lassen sich aber durch Weglassen oder Ersetzen in vegetarisch/vegan verwandeln. Bei den Apfel-Zimt-Knoten habe ich zum Beispiel statt Milch und Butter einfach Getreidemilch und Margarine verwendet (easy enough) und die im Rezept angegebenen Eier durch Sojamehl ersetzt. Ein Esslöffel Sojamehl wird dabei mit zwei Esslöffeln Wasser angerührt und entspricht somit einem Ei. Im Grunde einfach ein Bindemittel, nur ohne Henne 💁🏻‍♀️. Der Sojamehl-Trick wird euch bei den Rezepten des Kapitels „Ei, Ei, Ei“ nun nicht weiterhelfen, doch selbst da lassen sich viele der Frühstücksgerichte in eine Veganvariante verwandeln. Noch einfacher hat man es natürlich z.B. bei den Broten, Brötchen, süßem Gebäck und im „Müsli, Porridge & Obst im Schälchen“-Kapitel. Anyhow – lasst uns über die Zimtschnecken reden.

Zuerst Hafermilch, Margarine, Vanillemark und -schote in einem kleinen Topf kurz aufkochen, vom Herd nehmen und handwarm abkühlen lassen, in eine Rührschüssel geben und Zucker und Hefe einquirlen. Wenn die Milch beim Einrühren der Hefe noch zu heiß ist, wird der Teig eventuell nicht aufgehen – hier sollte man sich also gedulden! 🙆🏻‍♀️ Die Mischung dann ca. 10 Minuten ruhen lassen, bevor man alle übrigen Teigzutaten zugibt. Alles eine gute Weile kneten. Das ist ebenfalls erfolgsentscheidend bei unserem manchmal bockigen Freund, dem Hefeteig. Dann habt ihr zwei Stunden Zeit für Schlafen, Lesen, Tanzen, Seifenblasen machen, denn der Teig will an einem warmen Ort ruhen.

Tanzt aber nicht zu lange, denn in der Zwischenzeit kann man zwei wichtige Dinge erledigen: Füllung und Glasur herstellen. Für die Glasur wird der Apfelsaft zusammen mit den Zimtstangen so lange eingekocht, bis am Ende nur noch ca. 140ml Flüssigkeit/quasi Sirup übrig ist. Hier war ich etwas ungeduldig und musste nach dem Abmessen feststellen, dass ich bisher nur einen halben Liter Apfelsaft in die Küchenluft verdunstet hatte – also zurück in den Topf und noch eine Runde. Je dickflüssiger, desto besser, denn dann läuft die Glasur nicht direkt wieder von den Schnecken runter, sondern legt sich in alle kleinen Ritzen und Falten und macht das Gebäck noch saftiger und aromatisch.

Für die Füllung Margarine, Zucker und Zimt vermischen und zur Seite stellen. Auch hier habe ich gepatzt und (warum auch immer) alles in einem kleinen Topf auf dem Herd geschmolzen … weil … um es eben leichter mischen zu können, I guess. Naja, jedenfalls war die Mischung dann zu flüssig und lief mir später ordentlich überall raus, was eine große Sauerei war, aber es wurde trotzdem alles gut. Aber, falls ihr fettig-klebrige Zimtpampe auf dem Küchentisch vermeiden wollt, macht es einfach, wie es im Rezept steht und vermischt alles nur. 🤷🏻‍♀️

Jetzt wird’s spannend, aufgepasst. Es geht ans Ausrollen, Bestreichen, Zusammenfalten, Ausrollen, Schneiden, Wickeln … äh?! Aber keine Sorge, ich habe euch eine Skizze gemalt! #nerd
Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche zu einem ca. 40x45cm großen Rechteck ausrollen. Hier kam ich tatsächlich mit dem Maßband an. Wenn ich sonst schon alles Pi Mal Daumen mache, wollte ich wenigstens hier Präzision sicherstellen.
Das Teigrechteck bestreicht ihr jetzt gleichmäßig mit eurer Zimt-Zucker-Margarine und macht dabei hoffentlich weniger Sauerei als ich. Dann klappt ihr das untere Drittel des Rechtecks zur Mitte und das obere Drittel darüber, sodass ihr ein dreilagiges Rechteck vor euch liegen habt. Das dreht ihr dann um 45° (siehe Skizze, so #hilfreich #gerngeschehen) und rollt es erneut aus, bis es ca. 30x36cm groß ist.

Jetzt nehmt ihr euch am besten einen Pizzaschneider und schneidet die Fläche von oben nach unten in ca. 3cm breite Streifen. Wenn ihr ein gutes Augenmaß (oder ein Lineal) habt, ergeben sich daraus 10 Streifen. Diese wiederum schneidet ihr der Länge nach mittig ein (nicht durch) – siehe gestrichelte Linie auf der Skizze. Und zu meinem Lieblingsteil: Schnecken wickeln bzw. Knoten legen. Das Rezept im Buch erklärt es sehr gut, ich musste aber trotzdem wieder improvisieren und habe die Teigstreifen einfach gewickelt, gelegt, Enden irgendwie reingeschoben … spätestens nach dem Backen sieht man nicht mehr, wo ihr gepfuscht habt, also einfach machen, sie schmecken in jedem Fall unschlagbar gut. 🤷🏻‍♀️

Die Schnecken auf ein Backblech legen und noch eine Dreiviertelstunde gehen lassen, bevor ihr sie dann im vorgeheizten Ofen bei ca. 175°C ungefähr 20 Minuten schön goldbraun backt. Nach dem Herausnehmen direkt mit der Glasur bestreichen und die Schnecken sind fertig. Genau wie ihr. 🐌 💆🏻‍♀️

Die Arbeit lohnt sich aber – denkt nur mal an warme Apfel-Zimt-Schnecken mit einer Kugel Vanilleeis… ✨

Agnes Prus: halb zehn – das Frühstückskochbuch. Stiftung Warentest 2018. (34,90€)
*Dieser Post ist gesponsert.

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