Samstag, 17. MĂ€rz 2018

current self-care reads 💗

Am letzten Tag des Jahres 2017 stand ich in Glasgow in einem Waterstones und habe in der „self-help“-aisle gestöbert. Dabei fielen mir The Self Care Project von Jayne Hardy und The Anxiety Solution von Chloe Brotheridge in die HĂ€nde. Beide BĂŒcher habe ich mitgenommen und ersteres direkt am nĂ€chsten Tag angefangen. Das neue Jahr begann also im Zeichen eines mir sehr wichtigen Themas, mit dem ich mich (weiterhin) stark auseinandersetzen möchte.
Ein paar Tage spĂ€ter in London, diesmal bei Foyles, stieß ich dann auf Calm von Fearne Cotton, das ich ebenfalls mitnahm und mir so die ersten drei LektĂŒen des Jahres 2018 gekauft und vorgenommen hatte. Ein Muster habt ihr erkannt. Mittlerweile bin ich durch alle drei Titel durch und will hier ĂŒber sie erzĂ€hlen. ✨

Fearne Cotton: Calm

Dass Fearne Cotton BĂŒcher schreibt, war mir nicht bekannt, bis ich Calm bei Foyles liegen sah. Anscheinend ist es auch nicht ihr erstes. Ich kenne Fearne noch aus Finger Tips, dieser schrill grellen Bastelserie auf ... SuperRTL? Fand ich klasse #90skid. Und natĂŒrlich aus Top of the Pops.
Beim Lesen von Calm haben mich alleine schon Haptik und VisualitĂ€t entspannt. Klingt vielleicht komisch – ich versuch’s zu erklĂ€ren. Die gebundene Ausgabe fĂŒhlt sich sehr hochwertig an – der Einband, das Papier – ich habe es gerne gehalten und darin geblĂ€ttert. Gleichzeitig geben Typographie und Illustrationen dem Buch eine sehr ruhige und entspannte AtmosphĂ€re. Da hat sich jemand was bei gedacht und es funktioniert. 👍

In Kapiteln wie „Calm Body“, „Calm Breath“, „Calm Mind“ oder „Calm Friends“ werden verschiedene (Lebens-)bereiche thematisiert, in denen wir uns oftmals unruhig, Ă€ngstlich, gehetzt, aufgewĂŒhlt und nicht „im Reinen mit uns“ fĂŒhlen und wie dem begegnet werden kann. Um an einem Beispiel konkreter zu werden, warum ein Kapitel wie „Calm Breath“ sehr relevant fĂŒr mich ist: Sobald mich etwas auch nur im geringsten unter Druck setzt oder stresst und wenn ich nur versuche, mich besonders zu konzentrieren, ist meine Atmung davon betroffen – ich atme flach, nur kurz ein, halte dann die Luft an, hole einmal sehr tief Luft, atme dann aber nicht mehr bewusst aus und so weiter und so fort. So setzt eine „Kleinigkeit“ meinen Körper unter unnötigen Stress und verursacht in Folge z.B. Kopfschmerzen. Nun kann man behaupten, dass man ĂŒber so etwas nicht extra in einem Buch lesen muss. Mir war lange nicht klar, was ich a) mit meinem Atem aktuell tue und b) wieviel „Kraft“ in meiner Atmung liegt, Dinge fĂŒr mich einfacher zu machen. Es kann also Erkenntnis bringen, ĂŒber derlei Sachverhalte zu lesen und geknĂŒpft an praktische Hinweise und Übungen mag daraus sogar eine langfristige Besserung folgen.

Was mich im Besonderen angesprochen hat und wo ich die zahlreichen Übungen ausprobieren möchte, habe ich mir Eselsohren in die Seiten gemacht – das liebe ich! – um spĂ€ter wieder dazu zurĂŒckkehren zu können.
In besagten Aufgaben geht es z.B. auch darum aufzuschreiben, was einen jetzt gerade in diesem Moment gedanklich belastet oder beschĂ€ftigt … im nĂ€chsten Schritt soll man versuchen einzuschĂ€tzen, wie schwer diese Themen z.B. in einem Jahr noch wiegen werden. Was im ersten Moment banal klingt, hilft finde ich, einen Schritt zurĂŒck zu gehen, gewisse Sorgen rational zu betrachten und sich gedanklich aus einem Korridor zu ziehen, in den man unter UmstĂ€nden gerannt ist.
Hin und wieder geht es z.B. auch um die Visualisierung von GefĂŒhlen – wo tut vielleicht was im Körper weh und wie wĂŒrde man sich tatsĂ€chlich gerne fĂŒhlen. Haben diese GefĂŒhle Farben oder Formen.
Wer mit sowas per se nicht viel anfangen kann, ist natĂŒrlich mit einem solchen Buch schlecht beraten. FĂŒr mich bringt es aber viel Hilfreiches zusammen – ein „genau so geht‘s mir auch oft“-GefĂŒhl, sachliche Information und praktische VorschlĂ€ge und Übungen. ✨

Jayne Hardy: The Self-Care Project

Wie eingangs erwĂ€hnt, begann mit diesem Buch mein Jahr 2018. Ich habe es sehr gerne gelesen und kann es auf jeden Fall empfehlen, jedoch habe ich nicht so viel Neues erfahren. Was ich durchaus positiv finde, denn es sagt mir, dass ich auf dem richtigen Weg bin und gut auf mich Acht geben kann. Dennoch: Wenn es darum geht, gut zu sich zu sein und fĂŒr das eigene Wohlbefinden zu sorgen, kann man viel auch zweimal hören, schließlich versucht man sein Verhalten zu Ă€ndern und das verlangt Übung.

Die Autorin geht nach Kapiteln vor, angefangen bei „What is self-care?“ hin zu „A self-care squad“, in dem es u.a. um Menschen geht, mit denen wir uns umgeben und die selbstverstĂ€ndlich Einfluss darauf haben, wie es uns geht und ob wir in der Lage sind, gut fĂŒr uns zu sorgen etc. Hier wird kein blame-game gespielt – frei nach dem Motto „wer ist schuld an meinen GefĂŒhlen?“ – vielmehr geht es darum herauszufinden, welche Freundschaften und Beziehungen wertvoll und bereichernd und welche möglicherweise primĂ€r krĂ€ftezehrend oder sogar toxisch sind.

Auch in The Self-Care Project wird man durch verschiedene Übungen zum genauen Nachdenken angeregt – fallen dir z.B. zehn positive Worte ein, mit denen du dich selbst beschreiben kannst? Gibt es Negatives, was du dir tĂ€glich ĂŒber dich selbst erzĂ€hlst? Was hast du heute alles gemacht, was davon war fĂŒr dich, was hat dir Freude gemacht und wie geht's dir nach diesem Tag? Das klingt alles wieder sehr einfach, doch als ich Antworten auf diese Fragen zu Papier bringen wollte, hatte ich doch so meine Schwierigkeiten. Eigentlich sehr simple Überlegungen – „Wie geht es mir mit dieser Situation? Woran konkret störe ich mich?“ – können sehr viel Licht auf Probleme werfen und die Lösungssuche vereinfachen. FĂŒr die verschiedensten Lebensbereiche bietet Jayne Hardy (nicht nur durch diverse Übungen) neue Perspektiven auf vieleicht unendlich oft gedreht und gewendete Gedanken – stets mit der Absicht, bestmöglich fĂŒr sich selbst zu sorgen.

Chloe Brotheridge: The Anxiety Solution

Wenn ich aus den drei genannten Titeln einen liebsten wĂ€hlen muss, ist es The Anxiety Solution von Chloe Brotherige. Beim Lesen habe ich mich verstanden, ernstgenommen und sehr gut aufgehoben gefĂŒhlt. Das hilft vorallem ganz am Anfang des Weges zu einem besseren Umgang mit den eigenen „Gespenstern“ sehr.
Chloe leitet mit dem Kapitel „Let me introduce myself“ ein und beschreibt darin ihre Erfahrungen von der ersten Panikattacke, ĂŒber zermĂŒrbendes GegrĂŒbel im tĂ€glichen Gedankenkarussell und schließlich ihren Fortschritt, hin zu einem ruhigeren, sicheren Selbst.
Zwei zentrale Sachverhalte kommen fĂŒr mich beim Thema „anxienty“ zusammen: Zum einen setzt mich die Tatsache, viele Situationen und UmstĂ€nde als extrem stressig und beinah unbewĂ€ltigbar zu empfinden, zusĂ€tzlich enorm unter Druck, weil ich das GefĂŒhl habe, nicht „normal“ zu sein – denn offenbar kommen ja „alle anderen“ immer super easy mit allem klar. (Ein Irrtum.) Zum anderen ist die Einsicht, dass alles, was mir Angst macht, tatsĂ€chlich nur Gedanken sind, schwer von selbst zu erlangen und gleichzeitig doch sehr erleichternd. Diese Einsicht hat mir das Buch aber gebracht. Zu der Tatsache „das ist (fast) alles nur in deinem Kopf“, fĂŒhrt Chloe Brotheridge auf sehr sensible Weise hin, ohne dabei Emotionen kleinzureden, die man ja real hat, selbst wenn das, was sie verursacht, nicht real ist.

Es wĂ€re keine „Anxiety Solution“ ohne ein paar Tipps und Kniffe, die man tĂ€glich versuchen kann anzuwenden. Neben kurzen Übungen am Ende jedes Kapitels schließt Chloe das Buch mit dem „Anxiety Solution Toolkit“ ab. Hier finden sich Atem- und MeditationsĂŒbungen, sowie z.B. die Idee, sich tĂ€glich „worry time“ zu erlauben, in der man das sich sorgenvolle Gedanken machen zum Beispiel auf Papier bringen kann, besagte Gedanken dann aber zurĂŒcklĂ€sst und nicht mehr laut und lauter werden lĂ€sst. Einfacher gesagt als getan, aber deshalb sind es Übungen – es wird leichter mit der Übung.

Wer nach der LektĂŒre von The Anxiety Solution noch mehr Chloe möchte, kann ihren Podcast Calmer You hören. Jede Woche gibt es eine neue Folge, die sich zu Anfang der Staffel sehr nahe am Buch orientieren und die „Learnings“ aus einzelnen Kapiteln herausgreifen, ab der sechsten Folge aber auch InterviewgĂ€ste und Q&As umfassen. Auch wenn ich einiges schon aus dem Buch kannte, half mir „die Tonspur“, vieles besser zu verinnerlichen. Chloe hat eine sehr ruhige und angenehme Art – ich höre ihr gerne zu und fĂŒhle mich alleine dadurch schon besser. Was sie einem inhaltlich mitgibt, hilft natĂŒrlich außerdem. In jedem Fall ist Chloes Buch eines, zu dem ich in der Zukunft noch oft zurĂŒckkehren werde. Schon jetzt sieht meine Ausgabe aus, als hĂ€tte ich sie seit einigen Jahre. Wahrscheinlich habe ich das Buch wirklich gebraucht. 💗

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