Sonntag, 11. MĂ€rz 2018

(more) current favs 💗

Mehr liebste Sachen! DafĂŒr, dass ich mich so stark mit dem Minimalismus bemĂŒhe und versuche, mich nicht an Materiellem aufzureiben, geht es hier doch ziemlich oft um „Dinge“. (Nachfolgend geht es auch um Medien, aber ihr wisst, was ich mit „materiell“ meine, oder? Anyhow.) DarĂŒber bin ich jedenfalls gestolpert, als ich die Fotos fĂŒr diesen Blogpost machte. Wie kommt das? Ich sage ja oft, wie gerne ich meine Sachen mag und mir nicht vorstellen könnte, nur mit einer RucksackfĂŒllung Besitz zu leben. Die Kuration macht mir Spaß – mir grĂŒndlich zu ĂŒberlegen, was ich tatsĂ€chlich möchte, besitzen und benutzen will und den Rest außen vor zu lassen und erst gar nicht anzusammeln. Ich nehme meine Sachen in ihrer GĂ€nze sehr stark wahr, weil sie nicht mit unendlich vielen anderen konkurrieren mĂŒssen. „LieblingsstĂŒcke“ zu erklĂ€ren, ist da eigentlich redundant, denn alles, was ich habe, mag ich am liebsten – den Rest bin ich losgeworden. Dennoch – und weils mir Spaß macht – hier meine aktuell sehr geschĂ€tzen, liebsten Sachen. 🔼

Das Charlotte Tilbury Parfum war ein unverhofftes Weihnachtsgeschenk und – obwohl ich so picky bin bei Parfums – ein Volltreffer. Der Geruch ist leicht blumig, womit ich normalerweise meine Schwierigkeiten habe, dabei aber so … un-schwer (?), dass er mir weder zu aufdringlich ist, noch Kopfschmerzen macht. Win-Win. Laut offizieller Beschreibung riecht man „Zitrone und Bergamotte mit einer Herznote aus Jasmin, Nachthyazinthe und Weihrauch“. So ist das also. Auf nichts davon wĂ€re ich von selbst gekommen, aber gut. FrĂŒher (…) habe ich „besonderes“ (aka teures) Parfum nicht jeden Tag benutzt und es dabei geschafft, einen Flacon ChloĂ© welchergeruchauchimmer ĂŒber sechs Jahre aufzuheben. Wenn ihr jetzt denkt, das Parfum war nach den sechs Jahren leer, nein, war es nicht. Es war zu 7/8 voll. Herzlichen GlĂŒckwunsch. Hat mir das was gebracht? Nein. Deshalb gibt es keine „besonderen“ Parfums mehr, nur Parfums und die benutze ich. JEDENTAG. So wie dieses.

Das Album A Moment Apart von ODESZA war schon auf meiner 2017-Highlights-Liste – noch bin ich damit aber nicht fertig. Komm mir jetzt bitte keiner mit „die alten Sachen von denen sind viel besser“ – ich kenn die erst seit letztem Jahr, ist mir also gleich.
Ich muss ja zugeben, dass ich selten ganze Alben kaufe, einfach so, wenn mir _ein_ Song einer Band o.Ă€. gefĂ€llt. Bei KĂŒnstlerinnen wie Lorde natĂŒrlich schon. Da muss ich gar nichts vorher hören, sondern kaufe direkt das ganze Ding. Von Odesza hatte ich einen einzelnen Song gehört – ungefĂ€hr 72 Mal – und daraufhin das restliche Album gekauft, ohne einmal reinzuhören. Und wenn ich dann also ganze Alben von KĂŒnstlerinnen und KĂŒnstlern höre, kann ich sie in ihrer Gesamtheit meist nicht auf- oder wahrnehmen. Es stechen immer ein oder zwei Songs raus, bei denen ich hĂ€ngen bleibe und sie auf repeat höre, bis ich die Musik sogar riechen und schmecken kann, selbst wenn sie gar nicht spielt. Nach einer Weile gehe ich weiter, zu einem anderen Titel und so habe ich einen besonderen Moment mit jedem Track. Neulich erst ging es mir mit „Supercut“ von Lordes Melodama so. Als wĂ€re der Track vorher nicht in der Liste gewesen und plötzlich aus dem Nichts aufgepoppt.
Genauso war es mit „Late Night“ auf A Moment Apart von Odesza. Ich bin immer ĂŒber den Song hinweggegangen, auf dem Weg zu einem anderen und plötzlich habe ich ihn quasi zum ersten Mal richtig gehört. Seitdem hĂ€nge ich dort fest und entdecke immer wieder eine Lage, die ich vorher nicht wahrgenommen hatte. Musik ist doch einfach wie eine ganze Geschichte im eigenen Kopf, die sich stetig weiter entfaltet. Im Grunde ist das die ganze Magie, die irgendwann nicht mehr in der Musik liegt, sondern nur noch im Kopf passiert. Vielleicht ergibt das aber nur fĂŒr mich Sinn.

Womit ich bei den Kopfhörern bin. Holla, die Anschaffung war belastend fĂŒr meine Nerven. Ich sag es gleich, die Dinger sind mit ~380€ kein Impuls- oder Spontankauf. Und bevor ich erzĂ€hle, warum ich sie mag: Man braucht keine teuren Kopfhörer zum GlĂŒcklichsein, das GefĂŒhl soll nach dem Lesen nicht zurĂŒckbleiben.
Warum ich sie mir angeschafft habe: Dass ich oft und viel Kopfschmerzen habe und hin und wieder dem ~ anxiety monster ~ begegne, habe ich ja schon öfter erzĂ€hlt. Dabei bin ich immer sehr gerĂ€uschempfindlich – bei MigrĂ€ne macht mich nicht nur LĂ€rm fertig, sondern auch Unterhaltungen/Stimmen, das Tippen auf einer Tastatur etc. Auch ohne Kopfschmerzen ist mir die Welt einfach oft viel zu laut. Neulich war ich fĂŒr die Arbeit unterwegs – ich hatte Kopfweh und saß im Flieger auf dem mittleren Sitzplatz. Um mich rum Geschnatter, das Dröhnen der Maschine. Ich hĂ€tte aus Erschöpfung und Frustration am liebsten geheult. Und das klingt jetzt nach HomeShopping24, aber: Dann habe ich die Kopfhörer aufgesetzt – das noise cancelling auf high eingestellt, die Augen zugemacht und alles war gut. Wirklich. Eine Stunde spĂ€ter war ich schmerzfrei und entspannt. Bevor ich die Kopfhörer also fĂŒr Musik, Podcasts, KlangqualitĂ€t schĂ€tze, setze ich sie einfach zum Aussteigen, Abtauchen und die Welt stummschalten auf. Selbst wenn sie nicht an sind und das noise cancelling entsprechend inaktiv, helfen sie mir schon beim Entspannen. WĂ€hrenddessen sind sie noch bequem und weich an den Ohren, selbst fĂŒr mich als BrillentrĂ€gerin. Denn wenn mich eins weiter in den Wahnsinn treibt bei Kopfschmerzen, dann Kopfhörer, die mir die BrillenbĂŒgel an die SchlĂ€fen pressen.
Manchmal benutze ich die Kopfhörer natĂŒrlich auch, um was anzuhören. Was die KlangqualitĂ€t betrifft: Supergeil. Differenzierter kann ich mich dazu nicht Ă€ußern, weil mir die Expertise fehlt. Letztendlich klingt schon einfach deshalb alles spitze, weil man den ganzen ĂŒbrigen Quatsch um sich nicht hört.

Obwohl ich den Roman noch nicht beendet habe, kommt er auf meine Lieblingsliste fĂŒr diesen Monat, denn selbst wenn das Ende enttĂ€uscht (wovon ich nicht ausgehe), hat sich das Lesen nach der HĂ€lfte schon sehr gelohnt. Marlena ist der DebĂŒtroman der amerikanischen Autorin Julie Buntin, in dem es ums Erwachsenwerden geht – um die Suche nach sich selbst in anderen und den Beziehungen zu anderen. Keineswegs eine Thematik, die nur Heranwachsende wie die Protagonistin betrifft, sondern Menschen jeden Alters immer begleitet, wie ich finde.
Ich mag die etwas beschwerte, drĂŒckende Stimmung des Romans. Cat, die Protagonistin, ist gerade mit ihrer Mutter und ihrem Bruder in die lĂ€ndliche Umgebung Michigans gezogen und dort irgendwie verloren und unglĂŒcklich. Der Einschnitt birgt jedoch auch die Chance, sich neu zu erfinden. Das lĂ€sst einen als Leser*in Euphorie und Hoffnung spĂŒren, gleichzeitig deutet die neue Freundschaft zu Marlena, dem „MĂ€dchen von nebenan“, aber darauf voraus, dass diese Neuerfindung nicht unbedingt ErfĂŒllung und GlĂŒck bringen wird. Vorahnungen wie diese, ergeben zusammen mit dem Setting des Romans eine ambivalente Mischung aus positiver Spannung und niederdrĂŒckender Schwere, die mich sehr fesselt.


Lange habe ich nicht mehr so gefroren wir in den letzten beiden Februarwochen. Bei Temperaturen von -12°C bin ich morgens zur Arbeit geradelt und hatte schon nach ca. 500m kein GefĂŒhl mehr in HĂ€nden und Gesicht. Das waren aber auch die einzigen Stellen, an denen mir die KĂ€lte zusetzte, denn ĂŒberall sonst war ich in Wolle gepackt. Wollpullis habe ich ja gehasst als Kind. Sobald ich einen anhatte, wollte ich mich nicht mehr bewegen, weil es dann sofort ĂŒberall kratzte wie der Teufel. Und sobald man ein bisschen schwitzte – goodness, wie unertrĂ€glich. Über zwanzig Jahre spĂ€ter habe ich mir aus freien StĂŒcken Wollpullis angeschafft, die, ja, manchmal auch ein ganz klein wenig kratzen, aber meist flauschig weich (danke, Perwoll) UND VORALLEM WARM sind. Wie eine Heizung zum Anziehen. Sobald ich den Pulli trage, ist mir einfach warm, zack. Als jedenfalls die zweistellige Minusgrade anrollten, hĂ€tte ich vor GlĂŒck oft gerne in die ĂŒber-langen Ärmel meines Wollpullis geweint, weil ich nicht frieren musste.
Dieser hier ist von H&M. Ich habe ihn Ende 2016 in zwei Farben („Farben“ … grau und beige) gekauft und bin damit fĂŒr alle noch kommenden Winter ausgestattet.

Seit ein paar Wochen bin ich auf einem Crime/Real-Crime Binge, was Serien und Podcasts betrifft. Angefangen hat es mit dem Wondery-Podcast Real Crime Profile, in dem reale KriminalfĂ€lle diskutiert und analysiert werden. Es gab mehrere Folgen zu der Netflix-Serie Making a Murderer, die meine Meinung zu dem Fall völlig verĂ€ndert hat. Zudem wird die Serie The People vs. O.J. Simpson ausfĂŒhrlich thematisiert. Diese hatte ich bis dato nicht gesehen, dann aber direkt angefangen und bin seitdem komplett eingesaugt. Parallel habe ich Seven Seconds angefangen – auch irre gut. Wovon ich aber eigentlich erzĂ€hlen wollte: The Sinner. In der Serie geht es um eine junge Frau und Mutter, Cora, die an einem Badestrand scheinbar völlig aus dem Nichts einen Mann mit einem Messer attackiert und ihn im Zuge dessen tötet. Sie wird festgenommen und angeklagt – was sie zu der Tat bewegt hat, ist dabei völlig unklar. WĂ€hrend die Staatsanwaltschaft Cora auf relativ kurzem Weg verurteilen lassen möchte, fĂ€ngt der ermittelnde Detective an, tiefer nach dem Motiv Coras zu graben. …und mehr kann ich ohne Spoiler jetzt nicht verraten. 😬
Die Serie ist sehr packend, wenn thematisch auch schwer verdaulich – aber wann sind MordfĂ€lle und Krimiserien schon förderlich fĂŒr den eigenen Seelenfrieden. Irgendwann werde ich wieder runter sein davon und bei Gilmore Girls Staffel 1 anfangen. ✨

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen