Samstag, 23. Juni 2018

Auberginen-Antipasti mit Focaccia #vegan ­čç«­čç╣­čĹę­čĆ╗‍­čŹ│­čŹć

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Unseren Gem├╝seeinkauf beherrscht stets meine gro├če Vorliebe f├╝r Gr├╝nes – Brokkoli, Bohnen, Zucchini usw. Eine Farbe, die ich dabei selten bis nie auf dem Radar habe, ist Violett. Der Titel hat nun schon verraten, worum es geht – w├Ąre ohne den denn jemand auf die Aubergine gekommen? Ich muss ehrlich gestehen, dass ich das h├╝bsch gl├Ąnzende Gem├╝se beim Einkaufen lange Zeit konsequent ignoriert habe, obwohl ich es z.B. beim Italiener sehr gerne auf der Pizza oder einem Antipasti-Teller esse. Zum einen wusste ich nie so ganz, wie man Auberginen „richtig“ zubereitet und zum anderen fehlten mir immer die z├╝ndenden Rezeptideen. Letzteres ist eine m├╝de Ausrede, denn f├╝r die Aubergine gibt es mindestens tausendundeine Zubereitungsm├Âglichkeit – …. Ich habe mich also schlau gemacht und zwei sehr unterschiedliche Auberginen-Gerichte gekocht – die beide sehr, sehr gut geschmeckt haben und definitiv f├╝r die Vielseitigkeit der Aubergine sprechen. Eines davon zeige ich euch heute. ­čŹć Und sollte es euch in eurer Beziehung zu Auberginen ├Ąhnlich gehen wie mir bisher, kann ich euch mit den folgenden Insights plus Rezept die Aubergine vielleicht etwas n├Ąher bringen und schmackhaft machen.

Auberginen-Antipasti mit Knoblauch-Rosmarin-Focaccia
Rezeptquelle: Sch├Ątze aus meiner K├╝che

Antipasti schmecken nicht nur nach Italienurlaub und Sommer, sie sind auch relativ einfach zuzubereiten. Die schnellste Spontank├╝che ist es nun nicht, denn sie erfordert etwas Vorbereitung, aber falsch machen kann man wenig und das Ergebnis ist zum ein Bad drin nehmen.


Bevor wir ins Antipasti-Detail gehen, ein paar Facts, die ich ├╝ber die Aubergine lernen durfte. Zuerst einmal hat mich ├╝berrascht, dass es beinahe keine einheimischen Auberginen in Deutschland gibt – nur ein einziger Betrieb in Brandenburg baut Auberginen f├╝r den Gro├čhandel an und liefert diese an wenige Superm├Ąrkte in Berlin. Wer in anderen Teilen Deutschlands Auberginen kaufen m├Âchte, kann auf holl├Ąndische Auberginen zur├╝ckgreifen. Anders als ihre mexikanischen Kolleginnen ist diese mit ihrem kurzen Reiseweg nach Deutschland n├Ąmlich sogar vergleichsweise regional. ­čîŹ


Antipasti

Mit einem der oben genannten Tipps starte ich die Antipasti-Zubereitung: Nach dem Aufschneiden der Auberginen – ich habe sie der L├Ąnge nach in schmale Scheiben geschnitten und dann noch einmal der L├Ąnge nach halbiert – die St├╝cke gro├čz├╝gig mit Salz bestreuen, abdecken und ca. 10-15 Minuten stehen lassen, um dem Fruchtfleisch das Wasser zu entziehen.
Den Backofen auf 200°C Ober-/Unterhitze vorheizen, die Auberginenscheiben unter flie├čendem Wasser absp├╝len, in eine Sch├╝ssel geben und mit ca. 2 EL Oliven├Âl, Salz + Pfeffer vermischen. Danach auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und ca. 15-20 Minuten garen.

Neben den Auberginen habe ich noch Paprika und Champignons gegrillt und mariniert – die Paprikaschoten vierteln, Strunk und Kerne entfernen und mit der Hautseite nach oben auf ein (mit Backpapier ausgelegtes) Backblech legen und zusammen mit den Champignons bei ca. 220-240°C backen bis die Haut der Paprika dunkle Blasen wirft. Hier war ich etwas ungeduldig bzw. wollte die Paprika nicht verbrennen lassen und habe sie daher etwas zu fr├╝h herausgenommen – die Haut l├Âste sich dann nicht so gut ab. Jedenfalls: Nach dem Herausnehmen die Paprikaviertel mit einem feuchten K├╝chentuch abdecken und ca. 20 Minuten ruhen lassen – danach sollte sich die Haut einfach abziehen lassen.

Wie ihr euch zeitlich organisiert, bleibt nat├╝rlich euch ├╝berlassen – ich habe w├Ąhrend die Paprika unter dem Tuch ruhte und die Auberginen im Ofen grillten die Marinade zubereitet.
Hierf├╝r habe ich in einer kleinen Sch├╝ssel 2 EL Oliven├Âl, 2 EL Balsamico Bianco, Zitronensaft und -schalenabrieb vermischt, den frischen Rosmarin (aus Papas Kr├Ąutergarten) fein gehackt und zusammen mit dem Thymian, Meersalz, Pfeffer, Paprikapulver und gehackter Chili zu ├ľl und Essig gegeben und schlie├člich noch eine Zehe frischen Knoblauch dazugepresst. Wahlweise k├Ânnt ihr eure Marinade z.B. mit Pesto verfeinern. Ich hatte einen Tomate-Basilikum-Aufstrich da und deshalb davon einen Teel├Âffel dazugegeben. Sollte euch das Ganze nach dem Abschmecken zu „streng“ sein, k├Ânnt ihr mit einem Schuss Wasser ausgleichen. (Mir war beim Essig der L├Âffel „ausgerutscht“, daher habe ich etwas nachkorrigiert.)


Nach dem H├Ąuten der Paprika habe ich diese zusammen mit den Champignons in eine Reine gelegt und mit einem Essl├Âffel ca. die H├Ąlfte der Marinade dar├╝ber verteilt. Die Auberginenscheiben habe ich darauf geschichtet und nach jeder Lage mehr Marinade auf alles gegeben. So habe ich das Gem├╝se abgedeckt im K├╝hlschrank durchziehen lassen, dann gr├╝ndlich durchmischt und weiter gek├╝hlt stehen lassen. Zwei Stunden sollten insgesamt reichen, aber wenn ihr das Gem├╝se zum Beispiel vormittags f├╝rs Abendessen vorbereitet oder sogar eine Nacht stehen lasst, ist der Geschmack nat├╝rlich noch intensiver.


Das Beste an dem Gem├╝se, ist die Marinade. Die Aubergine ist durch das vorherige Entziehen des Wassers und nach dem Grillen wie ein Schamm und nimmt die Marinade wunderbar auf – so erwischt man ordentlich viel davon. Wer aber auch den allerletzten Rest ├ľl, Knoblauch und Kr├Ąuter aufsaugen m├Âchte, macht wie ich Focaccia zu den Antipasti.

Knoblauch-Rosmarin-Focaccia
Rezeptquelle: Sch├Ątze aus meiner K├╝che bzw. Jamie Oliver

Wenn ich auch sonst eher im Team „Dinkelvollkornbrot“ bin, kann man gegen ein richtig gutes Wei├čbrot/Fladenbrot einfach nichts sagen. Gerade zu Antipasti, wenn man Unmengen Oliven├Âl damit aufstupsen m├Âchte.
Ihr seht hier meinen Focaccia-Erstversuch, der wirklich gelungen und sehr fein war – das Ganze ist recht einfach. Kein Grund also, beim Thema Brotbacken panisch zu werden. (Ich, immer. ­čÖő­čĆ╗‍♀️)

Zuerst Mehl, Grie├č, 1/2 EL Salz in einer gro├čen Sch├╝ssel vermischen. Parallel in 300ml lauwarmes Wasser (z.B. in einem Messbecher) Hefe und Zucker geben und alles gr├╝ndlich verr├╝hren bis sich die Hefe aufgel├Âst hat. Wichtig hierbei wie immer die Temperatur des Wassers – zu hei├č darf es nicht sein, sonst geht euch sp├Ąter der Teig nicht auf.
Die Hefemischung nun eine Weile (ca. 20 Minuten) stehen lassen, bis das Gemisch oben Blasen wirft bzw. nach oben steigt.
Im Mehl nun eine kleine Mulde formen und das Hefewasser hineingie├čen. Alles in der Sch├╝ssel verkneten, dann herausnehmen und auf einer bemehlten Arbeitsfl├Ąche mind. 5 Minuten zu einem glatten Teig kneten.


Eure Sch├╝ssel dann mit etwas Oliven├Âl einstreichen, die Teigkugel hineinlegen, mit Mehl best├Ąuben und abgedeckt ca. 45 Minuten an einem warmen Ort gehen lassen. Als ich mein Focaccia buk, waren drau├čen kuschlige 32°C – der „warme Ort“, an dem mein Teig ruhte, war deshalb der K├╝chentisch. ­čĄĚ­čĆ╗‍♀️ Die Au├čentemperatur machte dann erst besonders viel Spa├č, als ich den Backofen vorheizte. ­čśČ
W├Ąhrend euer Teig ruht, betreten mal wieder gr├Â├čere Mengen Knoblauch die B├╝hne. Die Zehen habe ich geh├Ąutet und mit der breiten Klinge eines Messers leicht gedr├╝ckt, sodass sie aufbrechen. Zusammen mit ca. 2 EL Oliven├Âl kommen diese dann in eine kleine Sch├╝ssel und werden mit etwas Meersalz und Pfeffer gew├╝rzt. Von dem Rosmarinzweig die Nadeln abstreifen und in die Mischung geben.

Euer Teig wird nach seiner Ruhezeit mindestens auf das doppelte Volumen angewachsen sein und dann noch einmal gr├╝ndlich durchgeknetet. Da ich eine Auflaufform in genau der richtigen Gr├Â├če (ca. 20x30cm) hatte, habe ich diese mit Backpapier ausgekleidet und den Teig darin zu einem Laib geformt. Das k├Ânnt ihr nat├╝rlich auch auf einem Blech machen.
In den Laib dann mit den Fingerspitzen kleine Mulden dr├╝cken, das Rosmarin-Knoblauch-├ľl auf dem Laib fl├Ąchig verteilen und die Knoblauchzehen leicht im Teig versenken. Am Ende alles mit Meersalz bestreuen und abgedeckt noch einmal ca. 30 Minuten gehen lassen. In der Zeit den Backofen auf 220°C Ober-/Unterhitze vorheizen und das Fladenbrot schlie├člich ca. 20 Minuten goldgelb backen.


Was soll ich euch sagen? Eure komplette Wohnung wird mehrere Tage nach Knoblauch riechen – aber nachdem man gef├╝hlt eine Tonne davon gegessen habt, f├Ąllt einem das nicht mehr auf.
Antipasti plus Focaccia – das perfekte Essen an einem warmen Sommerabend oder die Idealbegleitung beim Grillen. Von dem Auberginen-Auftritt bin ich nachdr├╝cklich begeistert und meine Ignoranz gegen├╝ber des Gem├╝ses ist kuriert. Sie ist ein Superstar nicht nur im Knoblauch-├ľl-Bad. Apropos: Ich hatte ja von einem zweiten Auberginen-Gericht gesprochen, das ich ausprobiert habe; wenn euch das ebenfalls interessiert, lasst es mich wissen. ­čĹÇ


*Mehr ├╝ber unsere Nachbarin, die holl├Ąndische Aubergine, k├Ânnt ihr hier erfahren.

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