Samstag, 1. Juni 2019

The Good Life Lives in Brighton – ein Food- und Feel-Good-Guide 🌈✨

Von Visit Brighton wurde ich auf eine Pressereise eingeladen – dieser Blogpost ist nicht gesponsert.

Wie Alice auf dem Weg ins Wunderland kommt man sich vor – schon beim Verlassen des Bahnhofs in Brighton. Gewissermaßen „down the rabbit hole“ geht es von dort die Queens Road runter Richtung Meer, wĂ€hrend rechts und links der Straße, genau wie in den abzweigenden Gassen, das bunte Leben der Stadt schillert. Mal pastellig wie Schaumzucker, dann wieder schreiend schrill – als hĂ€tte jemand Farbbrillanz und SĂ€ttigung raufgedreht – macht Brighton seinem Namen alle Ehre.

Nicht nur die Farbpalette Brightons erinnert an SĂŒĂŸwarenladen oder Wunderland – Kulisse und Charaktere sind Alice möglicherweise auch genauso begegnet. Skurril, eigentĂŒmlich und herzlich charmant war jedenfalls das Hotel, in dem wir wohnten. Das Pelirocco, die erste Anlaufstelle nach unserer Ankunft und in einer Viertelstunde zu Fuß vom Bahnhof erreicht, liegt am grĂŒnen Regency Square, in einer Querstraße zur Uferprommenade, sodass wir von unserem Fenster das Meer sehen konnten. Die Zimmer des Hotels sehen nicht alle aus wie ein paradiesisches StrandhĂ€uschen in der Karibik, sondern sind völlig unterschiedlich gestaltet und von verschiedenen Pop- (und Sub-)kulturellen PhĂ€nomenen und Perioden, Musikern und Bands inspiriert: Vom Motown-Doppelzimmer, ĂŒber die „The Krakens Lair“-Suite, bis zu „Lord Vader’s Quarters“ werden alle erdenklichen Vorlieben bedient.



Lange gehalten hat es uns im Hotelzimmer aber nicht, trotz Meerblick und HÀngematte. Der Strand lockte, das Brighton Palace Pier und die bunten GÀsschen mit ihren unzÀhligen GeschÀften und Cafés.

Bei einem Spaziergang den Strand entlang und am Pier haben wir Brighton in den ersten Stunden nach unserer Ankunft begrĂŒĂŸt – auch wenn die Attraktionen des Palace Pier bei mir nicht so recht ziehen, hat das bunte Treiben, die StĂ€nde mit Eis, Donuts und Souvenirs, sowie die Spielautomaten und FahrgeschĂ€fte doch einen magischen Sog, dem ich ganz gerne nachgegeben habe. Hier ist Alice dann wirklich im Wunderland. 👀



Brighton ist aber so viel mehr als sein knallbunter VergnĂŒgungssteg am Strand und hat einen sehr liebenswerten Kern. Und so streunten wir am ersten Tag durch die kleinen Straßen und Gassen nahe des Strands, sĂŒdlich der North Street. Brighton schafft es, die bekannten Ladenketten nur soweit in die Einzelhandelslandschaft vorzulassen, dass sich ein wohldosiertes Gleichgewicht aus einerseits allerorts vertretenen Marken und andererseits unabhĂ€ngigen kleinen GeschĂ€ften ergibt. Wo einen sonst in englischen StĂ€dten Costa, Nero, WHSmith & Co. nach fĂŒnf Schritten in die FußgĂ€ngerzone schon erschlagen haben, warten in Brighton vorwiegend eigenstĂ€ndige CafĂ©s und LĂ€den. In diesem Zusammenhang erzĂ€hlte uns unsere StadtfĂŒhrerin von den Brighton Food Tours am nĂ€chsten Tag vom „independent spirit“ Brightons, den man wirklich spĂŒrt in der Start und offenbar sehr bemĂŒht ist zu bewahren.




Was uns erst am nĂ€chsten Tag auf besagter Food Tour so richtig bewusst wurde, klang schon bei der ersten Einkehr zum spĂ€ten Lunch ins Sugardough CafĂ© an: Bei Fragen nach veganen Optionen zuckt hier niemand erschreckt zusammen, ganz im Gegenteil. Überall gibt es vegane Kuchen, Cold Brew mit Hafermilch und die Avocado-Stulle auch ohne Feta, dafĂŒr mit pickled turnips.





Selbst Restaurants, die mittlerweile zu Ketten geworden sind, wie Bill’s aus East Sussex, wo wir am ersten Abend zum Essen waren, haben Gerichte auf der Karte, die man sich nicht erst mit der KĂŒche vegan diskutieren muss. Meine „Glow Bowl“ war im Grunde einmal von all dem, was ich am liebsten mag: Brokkoli, Hummus, Falafel, Quinoa, gerösteter KĂŒrbis und grĂŒne BlĂ€tter! 🐱



Den Essensschwerpunkt der Reise hat vielleicht schon jemand rausgeschmeckt […] – falls nicht: An Tag 2 in Brighton ging’s auf einen Food-Walk. Yes! Eine wunderbare Stadt zu Fuß erkunden, gezeigt und erklĂ€rt bekommen und dabei essen. Besser geht’s nicht. Wir waren mit den Brighton Food Tours auf einer maßgeschneiderten Vegan-Tour unterwegs und starteten nördlich der Lanes, etwas abseits der von Touristen am stĂ€rksten frequentierten Pfaden.
Was man gerne vergisst (oder verdrĂ€ngt) beim CafĂ©besuch, der fancy Torte und dem 3,50£ Iced Flat White: All das ist ein enormer Luxus und fĂŒr viele in der Stadt lebende Menschen nicht erschwinglich. Unser erster Stop deshalb der Brighton Open Market. Hier kann man gĂŒnstig Essen, 2nd Hand Kleidung und BĂŒcher kaufen und ein traditionelles englisches FrĂŒhstĂŒck und einen Pot Tee fĂŒr billig und ohne Gedöns bekommen.

Wir schauten zuerst bei Smorl’s vorbei, einer veganen Institution und der Wiege des „Brighton Hummus“. Das Deli bietet Hummus (no surprise there), Falafel und Salate in verschiedensten Variationen an. Alle Rezepte sind selbst kreiert und bis in die kleinste Zutat ausgefeilt und perfektioniert. „We’re not trying to be „authentic“. […] It’s not Israeli style/traditional houmous … – it’s Brighton-/anti-supermarket-houmous“, erzĂ€hlt der Besitzer und lĂ€sst uns von allem probieren. Eigentlich waren wir um die Uhrzeit noch satt vom FrĂŒhstĂŒck und noch nicht aufgelegt fĂŒr WĂŒrze und viel Knoblauch, nach einer ersten Mini-Kostprobe putzten wir dann aber fast das ganze Tablett leer, weil es SO GUT war.
Tipp Nr. 1: Smorl’s 👍

Die nĂ€chste Wunderland-Experience hatten wir beim Betreten von Rainbow Organic Chocolates. Ebenfalls am Open Market ist dieser Laden auf kleinstem Raum Manufaktur und VerkaufsflĂ€che in einem. Die Besitzerin und SchokoladenkĂŒnstlerin Susanne hat an der L’ecole Valrhona in Frankreich gelernt und steht in ihrer SchĂŒrze hinter einem kleinen Tresen, wo sie Schokolade rĂŒhrt, in Förmchen fĂŒllt und uns gleichzeitig die beste Hot Chocolate der Welt kocht. Die ganze Bandbreite ihres Sortiments ist bio und komplett selbstgemacht. Damit schmeckt es einfach besser und beim Geschmack macht sie keine Kompromisse, sagt Susanne. Genauso kompromisslos hĂ€lt sie es bei den Schachteln, in denen sie ihre Pralinenkollektionen verkauft – die sind zu 100% kompostierbar und komplett ohne Plastik.
Tipp Nr. 2: Rainbow Organic Chocolates 🌈


Nach dem Abstecher ins Schokoladenwunderland liefen wir durch die North Lane zu YouJuice, wo es – wenig ĂŒberraschend –, kalt gepresste SĂ€fte, Smoothies und Shots gibt. Daneben sind aber auch Suppen, Salate und Buddha Bowls im Angebot. Genau wie alles FlĂŒssige, ausschließlich in wiederverwendbaren GlasbehĂ€ltnissen verpackt – hier gibt es kein StĂŒck Plastik und alles ist vegan.
Bei unserem Besuch probierten wir drei verschiedene SĂ€fte und Shots. Mir schmeckt es grĂŒn meist am besten, daher war der Gurke/Spinat/Apfel/Brokkoli/Ingwer Saft mein liebster. Bei Shots muss es scharf und mit viel Ingwer sein – fĂŒr mich gewinnt also ganz klar Ingwer/Zitrone/Apfel. Und was es mit der kalten Pressung auf sich hat, erklĂ€rt uns Anita, die Besitzerin: Das Obst und GemĂŒse wird langsam gepresst, wie Olivenöl. Das heißt, es sind keine heiß werdenden GerĂ€tschaften involviert, deren Hitze die enthaltenen Enzyme zerstören wĂŒrde. Folglich ist der Saft erst so richtig gesund.
Tipp Nr. 3: YouJuice

SpĂ€testens nach Hummus, heißer Schokolade und drei verschiedenen SĂ€ften war ich an dem Tag mehr als satt und versicherte unserer Food-FĂŒhrerin, dass ich nichts mehr probieren könne. Wir waren dann allerdings keine zwei Minuten bei unserer nĂ€chsten Station, Happy Maki, als ich zweierlei Sushi und „Popcorn Cauliflower“ (frittierten Blumenkohl) zum ungefĂ€hr dritten Lunch aß. Was wir nicht schafften, ließen wir uns einpacken, denn es war so unglaublich gut, wir hĂ€tten das Sushi unmöglich zurĂŒcklassen können. Auch bei Happy Maki ist alles vegan. Außerdem geht ein kleiner Teil jedes Verkaufs, sowie alle Trinkgelder an Charity-Organisationen.
Tipp Nr. 4: Happy Maki


Nach dem besten Sushi, das ich je gegessen hatte, war ich dann aber sicher, dass ich nun wirklich, wirklich nichts mehr probieren konnte. Wir sollten an dem Tag aber nicht nur das beste Sushi, sondern auch die besten Pommes kennenlernen und so saß ich knapp zwanzig Minuten nach dem Sushi-Gelage einer TĂŒte unfassbar knuspriger belgischer Pommes bei BeFries gegenĂŒber, die ich natĂŒrlich restlos aufgegessen habe.
„Fries aren’t french!“, erklĂ€rt uns die Besitzern Ezda, die zusammen mit ihren BrĂŒdern 2016 belgische Pommes nach Brighton brachte. Was die Pommes so unglaublich knusprig macht, verrĂ€t uns Ezda (versehentlich und sichtlich zu ihrem eigenen Entsetzen) auch. Dass die Kartoffelstifte zwei Mal frittiert werden, ist nur ein Teil des Geheimnisses – den anderen habe ich versprochen nicht weiterzuerzĂ€hlen. đŸ€«
Was zu Pommes nicht fehlen darf, ist tolle Sauce. Wenn es belgische sind, sollte es Mayo sein. Auch die macht BeFries selbst und wo sie schon dabei sind, in dreierlei AusfĂŒhrung und vegan – mit Knoblauch, TrĂŒffel oder Basilikum. 👀
Tipp Nr. 5: BeFries

Eis geht ja glĂŒcklicherweise immer, deswegen brauchte es beim letzten Stop unserer veganen Food-Tour keine Überredung. Boho Gelato oder „Brighton’s Own Home Of Gelato“ kombiniert Eiscreme nach sizilianischem Rezept mit Brightons Exzentrik und Cocktail Mixology. Die vier veganen Sorten des Tages, die wir probierten, spiegeln das wider: Chocolate Raspberry, Mojito, Peanut Butter Sea Salt Caramel und Raspberry Elderflower. 🍩
Tipp Nr. 6: Boho Gelato

Die vegane Szene in Brighton ist groß – das war uns nach unserer Food Tour klar. Auf relativ kleinem Raum gibt es eine so große Auswahl an verschiedenem Essen und wo man vorbeikommt, wird fĂŒr das vegane Angebot geworben. Dass in Brighton das Engagement hinsichtlich Fairness, Nachhaltigkeit und Zero-Waste auf Hochtouren lĂ€uft, war dann zudem erfreulich.
Zwei SupermĂ€rkte will ich daher noch erwĂ€hnen: HISBE und Infinity Foods – letzterer ist außerdem BĂ€ckerei und hat unweit seiner Filiale ein kleines CafĂ©.
HISBE heißt How it should be und meint damit die Beteiligung der Zulieferer am Verkaufsgewinn des Supermarktes. Wo in regulĂ€ren SupermĂ€rkten dem Lieferanten nur 7% zukommen, bezahlt HISBE 67%! 
Beide SupermĂ€rkte sind Genossenschaften, auf regionale und Bio-Produkte fokussiert und darum bemĂŒht, so wenig (Verpackungs)MĂŒll wie möglich in Umlauf zu bringen und zu produzieren.
Infinity Foods ist schon 50 Jahre alt und der Grund, warum Brighton an der Spitze der nachhaltigen und veganen Bewegung dabei ist. Die Backwaren sind eine Augenweide, genauso die Regale mit Naturkosmetik und Pflanzenheilmittel. 👀
Bei HISBE gibt es außerdem unverpackte Lebensmittel, die man sich in seine mitgebrachten BehĂ€ltnisse fĂŒllen kann und eine Art „Tankstelle“ fĂŒr FlĂŒssigseifen, Duschgel & Co.
Tipp Nr. 7: HISBE
Tipp Nr. 8: Infinity Foods

Als hĂ€tten wir an diesem Tag in Brighton noch nicht genug gegessen, gingen wir abends ins Curry Leaf CafĂ©, einem Lokal mit indischer KĂŒche und großer veganer Speisekarte. Zu zwei Vorspeisen konnten wir nicht nein sagen – die Papadams mit verschiedene Sauce waren unglaublich gut, genauso das Curry, welches ich im Anschluss hatte. Wir wurden sehr nett bedient und haben uns wohlgefĂŒhlt an unserem Fensterplatz an der Ship Street, von wo wir das abendliche Treiben an uns vorbeiziehen lassen und beobachten konnten.



Da wir wĂ€hrend des Brighton Festivals in der Stadt waren, hatten wir das große GlĂŒck, an zwei Abenden ins Theater gehen zu können. Wir sahen Hysteria von Terry Johnson im New Venture Theatre und Still I Rise, eine Tanz-Performance der Company Tribe// im Theatre Royal. Die beiden Inszenierungen hĂ€tten unterschiedlicher nicht sein können, was ich klasse fand.
Wirklich tief beeindruckt hat mich Still I Rise, das von Maya Angelous Gedicht mit selbem Titel inspiriert ist: 


»This dance work channels the resilient, unapologetic nature of the seminal poem, written by African-American water, singer, and activist Maya Angelou. A relentless hope for the human spirit, combined with a soundtrack from pounding beats to classical arias, drive the journey onwards, falling down, getting up … until we rise.« [Quelle]

Wer einen Besuch zum jĂ€hrlichen Brighton Festival organisieren kann, kommt zum einen in den Genuss unzĂ€hliger Theater-, Musik- und Literaturveranstaltungen und nutzt zum anderen die noch eher ruhige Zeit in der Stadt, bevor im Sommer die Massen aus London und dem Rest der Welt nach Brighton strömen. 
Neben der Food-Tour waren die Theaterbesuche meine Highlights des Brighton-Aufenthalts – ich mag die AtmosphĂ€re in englischen TheaterhĂ€usern so gerne. Derlei Kulturveranstaltungen haben dort etwas demokratischeres als in Deutschland, finde ich. Hier sind sie entweder fĂŒr die gut betuchte Elite oder kunstkennende Insider, scheint mir manchmal. In Großbritannien ist Theater und Musical mehr wie ein Kinobesuch – alltĂ€glicher und fĂŒr alle.

Um den Royal Pavilion kommt man in Brighton nicht rum, ob man sein an indischer Architektur inspiriertes Äußeres nun spannend und schön oder irgendwie deplatziert und komisch findet. Im ersten (und auch zweiten) Moment befremdlich ist der Palast schon, vor allem wenn man die sonstigen Bauten des englischen Königshauses bedenkt. Der Royal Pavilion war der „pleasure palace“ von George, Prince of Wales – spĂ€ter King George IV. Er brachte im Grunde die VergnĂŒgungslust nach Brighton und bereitete den Weg fĂŒr den heutigen Ruf der Stadt als Seaside Ausflugsziel, das man auf der Flucht vor Langeweile und Alltagsernst von London in einer Stunde erreichen kann.

More madness findet Alice hier auf ihrer Reise durchs Wunderland: Eine Besichtigung des Palastes mit Audio-Guide lohnt sich auf jeden Fall, selbst wenn man sich fĂŒr gewöhnlich mit der Ästhetik von Buckingham und St. James’s Palace eher anfreunden kann. So ĂŒberraschend der Royal Pavilion von außen ist – innen geht es unvorhergesehen weiter, denn die Inneneinrichtung ist von opulentem chinesischen Stil inspiriert und die ĂŒberlebensgroßen Drachenskulpturen an Kronleuchtern und Drachenornamente in Teppichen und Tapeten sind zahlreich.






Wir waren wĂ€hrend unseres gesamten Aufenthalts in Brighton mit Sonnenschein gesegnet und verbrachten nicht wenig Zeit am Strand und in den Lanes, in verrĂŒckten Klamotten- und SĂŒĂŸigkeitengechĂ€ften, PflanzenlĂ€den, die ĂŒber drei Stockwerke auch 2nd Hand Kleidung verkauften und natĂŒrlich in und vor schönen CafĂ©s – zum Beispiel bei Pelicano, mit Iced Coffee und Schokokuchen.







An unserem letzten Abend waren wir bei terre Ă  terre, einem vegetarischen, preisgekrönten Restaurant, das vor 26 Jahren in Brighton eröffnet wurde, sich von Anfang an als „ethical restaurant“ verstand und seinen Teil zu Nachhaltigkeit, Fairness und Abfallreduzierung beitrĂ€gt. 
FĂŒr Vorspeise war bei mir kein Platz – den wollte ich fĂŒr das Dessert lassen. Es ging daher los mit Rösti (!), RĂ€uchertofu und sehr feiner brauner Soße ~ alles vegan, of course! Der Nachtisch war zum ein Bad drin nehmen und sehr Alice meets Charlie inside the Chocolate Factory. 😍

Auf der Karte ist alles vegetarisch, sehr viel kann aber auf Wunsch vegan bestellt werden.


All good things come to an end, auch unsere Brighton-Reise durchs Wunderland. An unserem letzten Tag in der Stadt besuchten wir das Brighton-Museum & Art Gallery, das in direkter Nachbarschaft zum Royal Pavilion in den wunderschönen königlichen GĂ€rten liegt. Die Sammlungen des Museums sind ebenso bunt und mannigfaltig wie Brighton selbst: Ägypter, englische Porzellankunst, die Geschichte des Brighton Palace Pier sind nur ein kleiner Teil. Wir sahen uns unter anderem eine Gastausstellung des Londoner Natural History Museums an – Wildlife Photographer of the Year.


Auch einen Blick von oben warfen wir abschließend auf die Stadt und ließen uns von der British Airways in ĂŒber 100m Höhe ĂŒber den Strand Richtung Himmel fahren. Bei guter Sicht öffnet sich ein Blick ĂŒber ganz Brighton bis ins Hinterland und den Strand auf und ab. Eine relativ neue Attraktion, die gerade verrĂŒckt genug ist fĂŒr Brighton, seine Besucher*innen aber auch ungeniert zur Kasse bittet. Wer nicht unbedingt Luftfahrt begeisterter British Airways Fan ist und aus der Luft bis zur Isle of Wight gucken können möchte, investiert die knapp 15-20£ vielleicht lieber in ein quirky T-Shirt von der Strandpromenade oder ein Mittagessen.




Ein letztes Mal Mittagessen waren wir an unserem Abreisetag im CafĂ© Coho in der Ship Street. Nach knapp vier Tagen in Brighton stellt sich soweit Orientierung ein, dass einem bewusst wird, wie nah alles beieinander ist. Nur schrĂ€g gegenĂŒber sehen wir Boho Gelato wieder, dieselbe Straße rauf ist das Curry Leaf CafĂ© und das Sugardough CafĂ© ist auch gleich ums Eck. Brighton lĂ€sst sich so wunderbar erlaufen, ist bunt, vielseitig und eigenwillig ohne einen zu ĂŒberwĂ€ltigen. Den Moment, in dem es zu viel Trubel wird, gibt es vermutlich an schönen Sommertagen im Juli –, aber wo man sich in einer Stadt wie London (oder Berlin) schnell zwischen Straße, Beton und 3 Millionen Menschen eingepfercht fĂŒhlt, ist in Brighton Luft zum Atmen und immer der Blick aufs Meer.



Zwar war unsere RĂŒckkehr aus Brighton nicht ganz so abrupt und unvermittelt wie die von Alice aus dem Wunderland – wenn man sich jedoch nur eine Stunde nach dem letzten Blick aufs tĂŒrkisfarbene Meer und die pastelligen HĂ€userfassaden Brightons am drögen Flughafen-Gate in Gatwick wiederfindet, fragt man sich doch, ob alles vielleicht nur ein verrĂŒckter Traum war oder ob es das wundersame Seaside StĂ€dtchen Brighton am Ärmelkanal wirklich gibt. ⛵️

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